Vor 11 Stunden
Dawn blickte ihn aus ihren großen, grünen Augen neugierig und zugleich herausfordernd an, während sie versuchte, sich ihre plötzliche Innenschau nicht anmerken zu lassen. Stephen King hatte einmal geschrieben, dass die Neugier die schrecklichste Eigenschaft der Menschheit war – erschreckend, weil sie einen immer wieder an die Orte trieb, an denen das Schicksal mit gierigen Klauen wartete, und genau jetzt spürte Dawn dieses vertraute, leise Frösteln im Nacken. Dieser Club war eine glitzernde Falle, und Mammon die perfekte Spinne darin, die mit samtener Stimme und blendendem Charme ihre Fäden spann. Doch anstatt sich von seinen spöttischen Lachern und diesem selbstgefälligen Grinsen einschüchtern zu lassen, stieg in ihrem Innern ein gewaltiger Sturm aus Empörung und verletztem Stolz hoch. Dass dieser arrogante Typ ernsthaft glaubte, mit ein paar anzüglichen Sprüchen und einer vermeintlich unvergesslichen Nacht jeden Widerstand brechen zu können, war schlichtweg zum Haare ausreißen. Männer mit einem überdimensionierten Ego waren laut King meist ohnehin genau die, die vor echten Problemen wie Kartenhäuser in sich zusammenfielen – auch wenn Mammon rein äußerlich natürlich alles andere als ein Kartenhaus war. Er war gefährlich, verdammt noch mal, und genau das schien er in vollen Zügen zu genießen. Sie ließ sich nicht so einfach als naive Spinnerin abstempeln, nur weil er meinte, er stünde über allen Dingen. "Nein danke", antwortete sie nur und trank einen Schluck, dann kam sie zu dem Thema zurück.
Ein leises, hochmütiges Lachen war genau das, was Dawn in dieser Sekunde am allwenigsten gebraucht hatte. Während Mammon sich königlich amüsierte und seine Erheiterung regelrecht zelebrierte, spürte Dawn, wie eine heiße Welle der Empörung in ihr hochstieg und den eiskalten Schrecken verdrängte, der sie kurz zuvor noch gelähmt hatte. Es war doch immer dieselbe Geschichte mit diesen überheblichen, uralten Wesen. Sie hielten sich alle für unantastbar und hielten die Menschheit für eine Herde naiver Schafe, die man einfach so am Nasenring herumführen konnte. Stephen King hatte in einem seiner Bücher mal geschrieben, dass Arroganz die Rüstung derjenigen war, die sich für Götter hielten – bis jemand kam und den kleinen, ungeschützten Spalt in ihrer Panzerung fand. Und Mammon wähnte sich ganz offensichtlich in einer uneinnehmbaren Festung.
Dawn zwang sich dazu, das Zittern ihrer Hände zu verbergen, indem sie ihr Glas etwas fester umschloss und die kühle Glaswand gegen ihre heißen Finger drückte. Sie straffte die Schultern und sah ihn direkt an, wobei ihr Blick trotz der Angst, die tief in ihr loderte, überraschend fest blieb. "Nun, vielleicht bin ich ja altmodisch oder habe einfach zu viele schlaue Bücher gelesen, aber wenn jemand, der sich stolz Sohn des Teufels nennt, mir erzählt, dass er einfach nur einen ganz normalen Nachtclub betreibt, schrillen bei mir eben sämtliche Alarmglocken", erwiderte sie und schaffte es sogar, der Unruhe in ihrer Stimme einen trotzigen, leicht ironischen Unterton beizumischen. "Glaubst du wirklich, dass ich auf diese Masche hereinfalle? Niemand mit deiner Macht schlägt sein Lager in Los Angeles auf, nur um ein bisschen Musik aufzudrehen und Leute beim Tanzen zu beobachten!"
Sie machte eine kurze Pause, schluckte trocken und trat einen winzigen Schritt näher an die Bar heran, um im Lärm des Clubs nicht schreien zu müssen, hielt aber penibel den Abstand zu ihm ein. "Warum man eine Stadt nicht sofort dem Erdboden gleichmacht? Das ist doch logisch. Ein spektakulärer Knall ruft sofort jeden auf den Plan, der eine Waffe tragen oder einen Schutzzauber sprechen kann. Es ist viel schlauere Taktik, eine Stadt langsam zu infiltrieren. Man richtet einen glamourösen Zufluchtsort ein, wie diesen Club hier, zieht die Leute an, bringt sie Schritt für Schritt dazu, ihre Prinzipien zu vergessen, und schafft ganz unauffällig ein perfektes Fundament. Man ebnet der Höllenflut quasi Stück für Stück den Weg, ohne dass es jemand merkt, bis es schließlich zu spät ist. So funktioniert leise Übernahme."
"Du kannst lachen, so viel du willst", entgegnete sie mit einer Mischung aus Nachdruck und kühler Entschlossenheit, während sie ihm direkt in die teuflisch glänzenden Augen sah. "Aber genau das ist es doch, was ich meine! Niemand marschiert heutzutage mehr mit einer Horde brüllender Dämonen und Fackeln in eine Stadt ein, um alles niederzubrennen – das ist mittelalterlicher Unsinn und funktioniert im Zeitalter von Kameras, Social Media und modernen Sicherheitsnetzen ohnehin nicht mehr. Man fängt viel subtiler an. Man baut sich einen Ruf auf, erschafft einen exklusiven Club, zieht genau die Leute an, die ohnehin auf der Suche nach dem Verbotenen sind, und infiltriert die Stadt auf leisen Sohlen. Man weicht die Moral auf, schürt Gier und niedere Instinkte, bis das gesellschaftliche Fundament porös wird. Und ehe sich die Leute oder irgendwelche Beschützer überhaupt versehen, hat man der Höllenflut längst den Weg geebnet, ohne dass jemals auch nur ein einziges lautes Alarmglöckchen geläutet hat!" Sie atmete kurz durch, hielt seinem durchdringenden Blick stand und fügte dann mit einem herausfordernden Funkeln in den Augen hinzu: "Oder willst du mir etwa ernsthaft erzählen, dass der Sohn des Teufels nach Los Angeles gezogen ist, um hier einen ganz harmlosen Tanzschuppen für nette Kaffeekränzchen zu eröffnen? Das glaubt dir doch nicht mal ein blinder Fisch."
Ein leises, hochmütiges Lachen war genau das, was Dawn in dieser Sekunde am allwenigsten gebraucht hatte. Während Mammon sich königlich amüsierte und seine Erheiterung regelrecht zelebrierte, spürte Dawn, wie eine heiße Welle der Empörung in ihr hochstieg und den eiskalten Schrecken verdrängte, der sie kurz zuvor noch gelähmt hatte. Es war doch immer dieselbe Geschichte mit diesen überheblichen, uralten Wesen. Sie hielten sich alle für unantastbar und hielten die Menschheit für eine Herde naiver Schafe, die man einfach so am Nasenring herumführen konnte. Stephen King hatte in einem seiner Bücher mal geschrieben, dass Arroganz die Rüstung derjenigen war, die sich für Götter hielten – bis jemand kam und den kleinen, ungeschützten Spalt in ihrer Panzerung fand. Und Mammon wähnte sich ganz offensichtlich in einer uneinnehmbaren Festung.
Dawn zwang sich dazu, das Zittern ihrer Hände zu verbergen, indem sie ihr Glas etwas fester umschloss und die kühle Glaswand gegen ihre heißen Finger drückte. Sie straffte die Schultern und sah ihn direkt an, wobei ihr Blick trotz der Angst, die tief in ihr loderte, überraschend fest blieb. "Nun, vielleicht bin ich ja altmodisch oder habe einfach zu viele schlaue Bücher gelesen, aber wenn jemand, der sich stolz Sohn des Teufels nennt, mir erzählt, dass er einfach nur einen ganz normalen Nachtclub betreibt, schrillen bei mir eben sämtliche Alarmglocken", erwiderte sie und schaffte es sogar, der Unruhe in ihrer Stimme einen trotzigen, leicht ironischen Unterton beizumischen. "Glaubst du wirklich, dass ich auf diese Masche hereinfalle? Niemand mit deiner Macht schlägt sein Lager in Los Angeles auf, nur um ein bisschen Musik aufzudrehen und Leute beim Tanzen zu beobachten!"
Sie machte eine kurze Pause, schluckte trocken und trat einen winzigen Schritt näher an die Bar heran, um im Lärm des Clubs nicht schreien zu müssen, hielt aber penibel den Abstand zu ihm ein. "Warum man eine Stadt nicht sofort dem Erdboden gleichmacht? Das ist doch logisch. Ein spektakulärer Knall ruft sofort jeden auf den Plan, der eine Waffe tragen oder einen Schutzzauber sprechen kann. Es ist viel schlauere Taktik, eine Stadt langsam zu infiltrieren. Man richtet einen glamourösen Zufluchtsort ein, wie diesen Club hier, zieht die Leute an, bringt sie Schritt für Schritt dazu, ihre Prinzipien zu vergessen, und schafft ganz unauffällig ein perfektes Fundament. Man ebnet der Höllenflut quasi Stück für Stück den Weg, ohne dass es jemand merkt, bis es schließlich zu spät ist. So funktioniert leise Übernahme."
"Du kannst lachen, so viel du willst", entgegnete sie mit einer Mischung aus Nachdruck und kühler Entschlossenheit, während sie ihm direkt in die teuflisch glänzenden Augen sah. "Aber genau das ist es doch, was ich meine! Niemand marschiert heutzutage mehr mit einer Horde brüllender Dämonen und Fackeln in eine Stadt ein, um alles niederzubrennen – das ist mittelalterlicher Unsinn und funktioniert im Zeitalter von Kameras, Social Media und modernen Sicherheitsnetzen ohnehin nicht mehr. Man fängt viel subtiler an. Man baut sich einen Ruf auf, erschafft einen exklusiven Club, zieht genau die Leute an, die ohnehin auf der Suche nach dem Verbotenen sind, und infiltriert die Stadt auf leisen Sohlen. Man weicht die Moral auf, schürt Gier und niedere Instinkte, bis das gesellschaftliche Fundament porös wird. Und ehe sich die Leute oder irgendwelche Beschützer überhaupt versehen, hat man der Höllenflut längst den Weg geebnet, ohne dass jemals auch nur ein einziges lautes Alarmglöckchen geläutet hat!" Sie atmete kurz durch, hielt seinem durchdringenden Blick stand und fügte dann mit einem herausfordernden Funkeln in den Augen hinzu: "Oder willst du mir etwa ernsthaft erzählen, dass der Sohn des Teufels nach Los Angeles gezogen ist, um hier einen ganz harmlosen Tanzschuppen für nette Kaffeekränzchen zu eröffnen? Das glaubt dir doch nicht mal ein blinder Fisch."

