[Mammon – Medea – Lilith: Main Floor → VIP-Area]
Medeas Reaktion ließ die Andeutung eines Schmunzelns über Liliths Lippen huschen. Selbstverständlich entging ihr die Gänsehaut, die über ihre Haut kroch, ebenso wenig wie die leichte Röte, die Mammon auf ihre reizenden Wangen zauberte.
Das war… interessant. Medea zählte nun wirklich nicht zu den Wesen, die Lilith als leicht aus der Fassung zu bringen eingeschätzt hätte. Sie war mit Abstand die kompetenteste Person in der gesamten W&H-Niederlassung dieser Stadt, wenn nicht sogar auf diesem Kontinent. Wie sie den Laden und sämtliche Wesen, die er enthielt, im Griff hatte, war eindrucksvoll genug; und dann hatte Lilith sie außerdem vor nicht allzu langer Zeit unter Umständen erlebt, die weitaus strapaziöser waren. Auch wenn sie selbst das Bewusstsein verloren hatte, kurz nachdem Mammon aufgetaucht war, entspannt konnte die Lage anschließend nicht gewesen sein. Dennoch hatte Medea niemals einen Funken ihrer Souveränität und Kontrolle verloren.
Dass jetzt ausgerechnet ein wenig körperliche Nähe ausreichte, um kleine Risse in ihre Fassade zu bringen, war für Lilith besonders spannend… und ebenso unterhaltsam. Nicht, dass sie Medea bloßstellen wollte – aber sie war durchaus neugierig, weshalb ausgerechnet hier ihre sonst so makellose Selbstbeherrschung ins Wanken geriet, wie weit sich das treiben ließ … und was nötig wäre, um sie noch ein wenig weiter aus der Reserve zu locken.
Dass Mammon hier war, um mitzuspielen, war im Grunde ein glücklicher Zufall. Lilith kannte ihren Bruder gut genug, um zu wissen, dass ihm diese Situation ebenso viel Vergnügen bereitete wie ihr, auch wenn sie sich aufgrund der äußeren Umstände schon lange nicht mehr in derartigen Szenarien vorgefunden hatten. Womöglich lag es auch an ihrer und Mammons gebündelten Aufmerksamkeit, die Medea so nervös machte – Lilith wusste durchaus um ihre Wirkung auf die Erdlinge, Engel und Wesen mit Engelsblut übten nunmal eine besondere Faszination auf sie aus.
Nachdem sie das zweite Glas an Mammon durchgereicht hatte, nahm sie einen genussvollen Schluck aus ihrem eigenen, während ihr Bruder ihr berichtete, dass er bereits seine Meinung zu Medeas Position auf dieser Veranstaltung kundgetan hatte – diese jedoch kurz darauf allein auf Liliths eigene Aussage einging und betonte, froh zu sein, dass sie sie gefunden hatte.
“Da sind wir ja schon zwei”, entgegnete sie, mit einem vielsagenden Lächeln. Erst danach warf Lilith einen kurzen, provokant funkelnden Blick zu ihrem Bruder, der in diesem Teil der Unterhaltung einen Augenblick lang gar keinen Platz mehr fand. Er hatte Medea gefunden, er war es, der zuerst hier aufgetaucht war. Aber er war es auch gewesen, der sie hier unten in die Menge gezerrt hatte und jetzt offenbar damit klarkommen musste, dass sie ihm den Rang ablief.
Punkt für sie.
Aber das Spiel zwischen ihnen war nicht mehr als nebensächliches Geplänkel, denn ja, auch Lilith bevorzugte es langsam, aber sicher, die drängende Menge zu verlassen und sich wieder unter etwas… zivilisiertere Gesellschaft zu begeben.
Mammon wies Bob an, vorauszugehen. Lilith ließ Medea den Vortritt, allerdings nur gerade weit genug, um unmittelbar neben ihr aufzuschließen. Mammon folgte dicht hinter ihnen – womit sich an Medeas Position zwischen beiden Teufelskindern im Grunde recht wenig geändert hatte.
Ob ihr das bereits aufgefallen war?
Anstatt ihr etwas in dieser Hinsicht zu verraten, bekam Lilith jedoch ein persönliches Kompliment zu ihrem Outfit. Sie wandte Medea den Kopf zu und bekam einen Moment lang den Eindruck, dass ihre Wortwahl überraschend harmlos ausgefallen war für das, was ihr eigentlich durch den Kopf ging.
“Ich weiß”, erwiderte sie halblaut, ein halbseitiges Grinsen signalisierend, dass sie sich der Arroganz dieser Antwort vollkommen bewusst war. Aber ein derartiger Austausch war mehrschichtig, daher ließ auch sie ihren Blick noch einmal über Medeas weißes Kleid wandern – auch, wenn sie sie bereits angesehen hatte, ausführlich.
“Deins gefällt mir allerdings auch.” Nur langsam fanden ihre Augen wieder Medeas, ihr Grinsen inzwischen ein vielsagendes Schmunzeln, ehe sie fortfuhr.
“Mammon hat Recht. Du machst es einem wirklich schwer, dich in einer Menge zu übersehen.” Und tatsächlich waren diese Worte nicht einmal nur dazu gedacht, die Gorgone aus dem Konzept zu bringen. Lilith würde ihr kaum diese Nähe gewähren, wenn Medeas Interesse unangenehm oder unerwünscht wäre. Dass sie sich einen gewissen Spaß daraus machte, es ein wenig zu erforschen und auf die Probe zu stellen, änderte daran rein gar nichts.
Sie hob ihr Glas erneut an die Lippen, ehe sie die Treppen erreichten, die sie hinauf zum VIP-Bereich führen würden.
“Außerdem: Ihm zu widersprechen, wenn er einmal etwas beschlossen hat, ist erfahrungsgemäß auch sehr ermüdend. Du siehst ja, wie erschreckend effizient er plötzlich wird, wenn er seinen Willen durchsetzen möchte”, kommentierte sie ihren kleinen Zug mit einer halb ausladenden Handbewegung.
Medeas Reaktion ließ die Andeutung eines Schmunzelns über Liliths Lippen huschen. Selbstverständlich entging ihr die Gänsehaut, die über ihre Haut kroch, ebenso wenig wie die leichte Röte, die Mammon auf ihre reizenden Wangen zauberte.
Das war… interessant. Medea zählte nun wirklich nicht zu den Wesen, die Lilith als leicht aus der Fassung zu bringen eingeschätzt hätte. Sie war mit Abstand die kompetenteste Person in der gesamten W&H-Niederlassung dieser Stadt, wenn nicht sogar auf diesem Kontinent. Wie sie den Laden und sämtliche Wesen, die er enthielt, im Griff hatte, war eindrucksvoll genug; und dann hatte Lilith sie außerdem vor nicht allzu langer Zeit unter Umständen erlebt, die weitaus strapaziöser waren. Auch wenn sie selbst das Bewusstsein verloren hatte, kurz nachdem Mammon aufgetaucht war, entspannt konnte die Lage anschließend nicht gewesen sein. Dennoch hatte Medea niemals einen Funken ihrer Souveränität und Kontrolle verloren.
Dass jetzt ausgerechnet ein wenig körperliche Nähe ausreichte, um kleine Risse in ihre Fassade zu bringen, war für Lilith besonders spannend… und ebenso unterhaltsam. Nicht, dass sie Medea bloßstellen wollte – aber sie war durchaus neugierig, weshalb ausgerechnet hier ihre sonst so makellose Selbstbeherrschung ins Wanken geriet, wie weit sich das treiben ließ … und was nötig wäre, um sie noch ein wenig weiter aus der Reserve zu locken.
Dass Mammon hier war, um mitzuspielen, war im Grunde ein glücklicher Zufall. Lilith kannte ihren Bruder gut genug, um zu wissen, dass ihm diese Situation ebenso viel Vergnügen bereitete wie ihr, auch wenn sie sich aufgrund der äußeren Umstände schon lange nicht mehr in derartigen Szenarien vorgefunden hatten. Womöglich lag es auch an ihrer und Mammons gebündelten Aufmerksamkeit, die Medea so nervös machte – Lilith wusste durchaus um ihre Wirkung auf die Erdlinge, Engel und Wesen mit Engelsblut übten nunmal eine besondere Faszination auf sie aus.
Nachdem sie das zweite Glas an Mammon durchgereicht hatte, nahm sie einen genussvollen Schluck aus ihrem eigenen, während ihr Bruder ihr berichtete, dass er bereits seine Meinung zu Medeas Position auf dieser Veranstaltung kundgetan hatte – diese jedoch kurz darauf allein auf Liliths eigene Aussage einging und betonte, froh zu sein, dass sie sie gefunden hatte.
“Da sind wir ja schon zwei”, entgegnete sie, mit einem vielsagenden Lächeln. Erst danach warf Lilith einen kurzen, provokant funkelnden Blick zu ihrem Bruder, der in diesem Teil der Unterhaltung einen Augenblick lang gar keinen Platz mehr fand. Er hatte Medea gefunden, er war es, der zuerst hier aufgetaucht war. Aber er war es auch gewesen, der sie hier unten in die Menge gezerrt hatte und jetzt offenbar damit klarkommen musste, dass sie ihm den Rang ablief.
Punkt für sie.
Aber das Spiel zwischen ihnen war nicht mehr als nebensächliches Geplänkel, denn ja, auch Lilith bevorzugte es langsam, aber sicher, die drängende Menge zu verlassen und sich wieder unter etwas… zivilisiertere Gesellschaft zu begeben.
Mammon wies Bob an, vorauszugehen. Lilith ließ Medea den Vortritt, allerdings nur gerade weit genug, um unmittelbar neben ihr aufzuschließen. Mammon folgte dicht hinter ihnen – womit sich an Medeas Position zwischen beiden Teufelskindern im Grunde recht wenig geändert hatte.
Ob ihr das bereits aufgefallen war?
Anstatt ihr etwas in dieser Hinsicht zu verraten, bekam Lilith jedoch ein persönliches Kompliment zu ihrem Outfit. Sie wandte Medea den Kopf zu und bekam einen Moment lang den Eindruck, dass ihre Wortwahl überraschend harmlos ausgefallen war für das, was ihr eigentlich durch den Kopf ging.
“Ich weiß”, erwiderte sie halblaut, ein halbseitiges Grinsen signalisierend, dass sie sich der Arroganz dieser Antwort vollkommen bewusst war. Aber ein derartiger Austausch war mehrschichtig, daher ließ auch sie ihren Blick noch einmal über Medeas weißes Kleid wandern – auch, wenn sie sie bereits angesehen hatte, ausführlich.
“Deins gefällt mir allerdings auch.” Nur langsam fanden ihre Augen wieder Medeas, ihr Grinsen inzwischen ein vielsagendes Schmunzeln, ehe sie fortfuhr.
“Mammon hat Recht. Du machst es einem wirklich schwer, dich in einer Menge zu übersehen.” Und tatsächlich waren diese Worte nicht einmal nur dazu gedacht, die Gorgone aus dem Konzept zu bringen. Lilith würde ihr kaum diese Nähe gewähren, wenn Medeas Interesse unangenehm oder unerwünscht wäre. Dass sie sich einen gewissen Spaß daraus machte, es ein wenig zu erforschen und auf die Probe zu stellen, änderte daran rein gar nichts.
Sie hob ihr Glas erneut an die Lippen, ehe sie die Treppen erreichten, die sie hinauf zum VIP-Bereich führen würden.
“Außerdem: Ihm zu widersprechen, wenn er einmal etwas beschlossen hat, ist erfahrungsgemäß auch sehr ermüdend. Du siehst ja, wie erschreckend effizient er plötzlich wird, wenn er seinen Willen durchsetzen möchte”, kommentierte sie ihren kleinen Zug mit einer halb ausladenden Handbewegung.

