04.10.2026, 21:57
Für einen kurzen, so seligen Moment, herrschte Ruhe. Antares würde es unter Folter nicht zugeben, doch ihm dröhnte der Kopf nach den Anstrengungen im Bad. Der Schwindel war zwar zum Glück wieder etwas besser geworden, doch nicht gänzlich weg, wie eben gesehen, als er Maisie hochhob. Hinter den geschlossenen Augen, horchte der Hexer in sich hinein und versuchte das Durcheinander wieder zu ordnen. Noch immer ärgerte ihn von allen Dingen die Syrena ihm heute Abend an den Kopf geworfen hatte, mit am meisten ihre Undankbarkeit bezüglich seines Handelns. Ja, sie hatte ihm genaue Befehle gegeben. Wobei sie ja wohl am besten wissen sollte, dass man einem Kater keine strikten Anweisungen zu erteilen hatte. Aber das mal beiseite gelassen, wäre der Zauber auf den letzten Metern vielleicht gescheitert, weil ihr die Kraft ausging. Und ja, da hatte er über ihren Kopf hinweg entschieden ihr zu helfen. Das sie das nicht wollte, war klar. Das sie darum nicht gebeten hatte, noch klarer. Und das sie es hasste, etwas aufgezwungen zu bekommen, war ohnehin die Farce des Jahrhunderts. Ihn diesbezüglich anmaulen, mit dem Wissen, ihm für den Rest seines Lebens eine Fluch aufgezwungen zu haben. Aber es war vorbei. Die Münze nur wieder ein Museumsstück und das Mädchen damit erstmal in Sicherheit. Für eine kurze Zeit, soviel war klar. Hier war kein Fort Knox, wobei dies gegen die Mächte, gegen die sie kämpften auch wie ein Tag der offenen Türe im Schlussverkauf wirkte. Das Kind war nirgends sicher, solange es hier in der Stadt lebte. Aber er war im Moment schlichtweg zu erschöpft um sich weiterhin darüber Gedanken zu machen. Ein paar Stunden Schlaf, mehr wollte er gar nicht. Dann ging es morgen gestärkt ans Werk, wenngleich natürlich weiterhin ohne seine Magie, denn die Zwölfjährige war ja immer noch da. Jetzt aber, konnte er nicht mal eine Maus verscheuchen, sollte sich so eine hierher verirren. Scheiße, es fühlte sich verdammt beschissen an sich so ausgelaugt, müde und erschöpft zu fühlen. Hätte er wenigstens eine durchzechte Nacht hinter sich, gäbe es einen Grund und er hätte vorher noch ein bisschen Spaß gehabt. Aber nein, er hatte...
Syrena. Die da jetzt wieder in der Türe stand und einfach nicht die Klappe halten konnte. Da dachte Antares, er tat ihnen beiden einen Gefallen, indem er sie wegschickte doch er erkannte den Fehler zu spät. Vermutlich hätte er sich einladen sollen noch zu bleiben und ihr einen Kaffee anbieten, dann wäre sie wehenden Haares aus der Wohnung geflüchtet. Lektion fürs nächste Mal. Jetzt hörte Antares, wie sie sich setzte und es sich in dem Sessel ihm gegenüber bequem machte. Der Dunkelhaarige sah sich deswegen nicht veranlasst, die Augen zu öffnen, oder sonst irgend etwas an seiner Sitzposition zu ändern. Er war einfach nur müde. Es hagelte erneut eine Beleidigung seiner Person, die er einfach überging und dann kamen Aufzählungen, was Madame alles so wollte. Was war mit seinen Wünschen? Aber auch jetzt schwieg er, denn über den erschöpften Teil hinweg wusste Antares, dass die Brünette leider Recht hatte und hörte ihren Ausführungen zu. War ohnehin am besten, sie reden zu lassen. Das tat sie am liebsten und er verstand, nach ihrer Aussage, ohnehin immer alles falsch. Also konnte er die Ruhe zwar nicht mehr so genießen, wie gerade eben noch, aber musste auch nicht sofort so tun, als stünde er sofort parat, wenn es der Hexe gefiel. Oder auch nicht, wie er eher vermutete.
Wen riefen sie nicht an? War er kurz eingenickt oder sprach sie schon wieder in Rätseln? Achja, die Eltern. Nope, hatte er nicht vor. Aber das behielt er mal für sich. Und da er vorhin schon ausführte, dass in den meisten Fällen in denen er bereits die Kinder rettete, die Eltern zumindest davon wussten, was sie taten und nicht wenige davon sogar dafür bezahlt wurden, schwieg Antares nun. Vorhin hatte sie ihn dafür schon glatt gebügelt, das reichte ihm einmal. Gegen Ende ihrer Ausführungen, hob der Dunkelhaarige die Hand mit dem Daumen nach oben. Konnte er alles mit leben, was sie so vorschlug. Einzig die Tatsache, dass sie immer von einem 'wir' sprach, war befremdlich. Aber vielleicht meinte sie auch sie und ihre zig Egos. Das brauchte dann auch eine andere Bezeichnung. Nur als sie ihn fragte, ob er eine andere Idee hatte, nickte der Hexer. "Aber die bräuchte Zeit, wäre langwierig und den Erfolg könnte ich nicht versprechen. Daher machen wir es auf deine Weise." Wieder wurde der Daumen gehoben. Es wäre ihm möglich in der Gestalt eines Vogels eine Weile vor der Wohnung 'Wache' zu stehen. Zu beobachten wer dort alles ein und ausging. Aber das war, wie gesagt eine zeitraubende Angelegenheit. Außerdem hätte er Maisie dann hinter sich lassen müssen, denn momentan besaß sie das größere Talent als er, mit Tieren Kontakt aufzunehmen. "Die Eltern finden, Maisie nicht verraten und niemandem trauen." Packte er ihre Ausführung in wenige Worte zusammen. "Check!" Als wäre das hier eine Liste, die sie abarbeiteten. Aber halt, das war es ja auch. Syrenas Liste.
Die nun dazu überging, ihm aufzuzählen, was die Kleine alles von seinen Fähigkeiten 'übernahm'. Klar, ruhig nochmal Salz in die Wunde reiben, oder halt. Mit solchen Kleinigkeiten gab sich eine Syrena nicht ab. Die benutzte Chili. Aber Antares schwieg auch hier und wartete, auf was die gehässige Hexe hinaus wollte. Meistens, nicht immer, gab es da ja tatsächlich einen Punkt und wie er mittlerweile gelernt hatte, denn im Gegensatz zu Syrenas Meinung, war er sehr wohl dazu im Stande, war es besser, sie erstmal all ihr Pulver verschießen zu lassen, bevor man sich dazu äußert. Und so war es auch jetzt wieder. Fragen auf die er keine Antwort hatte und Anmerkungen, die durchaus wert waren darüber nachzudenken. "Jetzt hol mal wieder Luft zwischendrin." Grätschte er in eine tatsächliche Atempause dazwischen. Immer noch ohne sie anzusehen, ja nicht mal ohne die Augen zu öffnen, beteiligte Antares sich an der Unterhaltung. "Woher soll ich das denn alles wissen? Ich kenne die Kleine genauso lange wie du. Mir macht das auch Sorgen, dass sie einfach so unsere Fähigkeiten unterdrückt und sich nichtsahnend aber scheinbar daran bedienen kann. So wie ich das einschätze, nimmt sie es nicht vollständig auf. Sie weiß vermutlich auch gar nicht, was sie da kann. Und ich bitte darum, wieder meine Fähigkeiten vollständig zurück zu bekommen, wenn sie geht. Ob sie davon dann noch ein Echo zurück behält, muss man ausprobieren. Mit so etwas wie dem Talent, welches Maisie besitzt, bin ich bisher auch noch nicht in Kontakt getreten. Ich könnte mich umhören, aber es lief ansonsten immer auf mächtige Zauber oder Flüche." Dieses Wort betonte er besonders. "...hinaus um einer Gegenpartei Schaden zuzufügen. Soweit mir bekannt, ist Maisie einzigartig. Ich hoffe, sie ist hinterher wieder vollkommen blank, denn erschrick dich jetzt nicht, aber ich bin deiner Meinung, dass sie ansonsten noch gefährlicher ist, als ohnehin schon. Mit Zauber, die sie nicht kontrollieren kann und die außer Kontrolle geraten könnten, ist nicht zu spaßen."
So, soviel sein Beitrag dazu. Er konnte nichts bessere beisteuern, weil er es schlichtweg nicht wusste. Es war ein reines Raten, so wie von Syrena. Ob die Fähigkeiten zurück blieben oder sie nur so lange wirkten, wie der ursprüngliche Besitzer in der Nähe war, blieb auszuprobieren. Das konnten sie Maisie nicht mal selber fragen, weil sie davon keine Ahnung hatte.
Als es dann aber wieder darauf kam, was er er Kleinen ins Ohr flüsterte, lächelte Antares fies. Das nagte immer noch an Syrena, dass sie das nicht wusste. Gut, ihre Begründung warum das so war, klang plausibel und erschreckend erwachsen. Aber den Spaß ließ sich der Dunkelhaarige doch nicht nehmen und blieb stur. "Platz ruhig, aber das verrate ich dir nicht." Das würde sein ganz persönlicher, kleiner Sieg an diesem Abend bleiben. War das kindisch. Sehr wohl. Tat es gut? Aber sowas von! Allerdings deutete er dann eine salutierende Geste mit der freien Hand an, als sie ihm auftrug, keiner sollte was zaubern. "Ay Ay, Ma´am." Er war momentan ohnehin zu platt dafür aber ja, leider klang auch das sehr vernünftig und hin und wieder konnte man sich ja an das halten, was Syrena einem auftrug. Nur dem Frieden Willen.
Ach Mist, es gab noch einen Punkt. Antares verdrehte hinter den geschlossenen Augenlidern die Augen. Wie wohltuend es doch war, nun wieder gesagt zu bekommen, wie wenig hilfreich all das war, was man sich in den letzten Jahren aufbaute. Ganz so wehrlos wie Syrena ihn hinstellte war er nicht. Aber sie hatte leider auch dahingehend Recht, dass Maisie nicht hierbleiben konnte. Sie war nicht sicher und er konnte nicht ausreichend für ihre Sicherheit sorgen. Sie hatten sich heute Abend mit gefährlichen Leuten angelegt, was sicherlich nicht ohne Echo bleiben würde. Syrena brachte in ihrer unnachahmlich charmanten Art auf den Punkt, was nicht ging. Als sie allerdings anfing von der Person zu reden, zu der sie gedachte, Maisie zu bringen, hob Antares den Kopf und sah in ihre Richtung. Jetzt endlich hatte sie seine volle Aufmerksamkeit. Trotz Erschöpfung und Müdigkeit. Mentorin von Syrena und eine Person, der sie vertraute. Nun, das war nun ein gefährlicher Drahtseilakt. Antares traute Syrena nicht. Aber wenn diese behauptete, das von der Person dort in Südamerika zu behaupten, musste er das so annehmen. Dies kam nicht leichtfertig von Seiten der Hexe. Und er selber wusste leider niemanden dem er das Mädchen guten Gewissens anvertrauen könnte. Niemanden, der zum einen so weit weg war und zum anderen mit deren Fähigkeiten klar kam.
Im Gegensatz zu der bisherigen Unterhaltung, wenn man es denn so nennen wollte, hörte Antares aufmerksam zu. Es war gefährlich das Mädchen jemandem anzuvertrauen, der ebenfalls magiebegabt war. Aber der Zusatz, dass diese Person sich damit auskannte, klang zwar nicht als ultimatives Werbeargument, aber besser, als alles andere. Und sie wäre weit weg. Außerhalb des Landes sogar.
"Ich habs kapiert!" Fuhr er sie dennoch gegen Ende an, als sie nochmals damit anfing seinen Unterschlupf als nicht passende Bleibe für Maisie darzustellen. "Die Kleine muss weg." Und nein, das gefiel ihm nicht aber es war vernünftig und ohje, auch ihm war die weitläufige Bedeutung dieses Wortes bekannt. "Wenn du dieser Miss Magoro vertraust, dass du Maisie guten Gewissens zu ihr schickst, dann nehme ich das so an." Würg! Aber es war die Wahrheit.
Aber zum Glück ging es ja dann auch schon wieder weiter mit Beleidigungen und Behauptungen, er war nur lebensfähig, weil Atmen ein Reflex war. Antares nahm einen weiteren Schluck von seinem Bier und ließ den Kopf dann wieder nach hinten kippen. Miss 'Ich rette die Welt' war wieder in Fahrt. Das man bei diesem Verbrecherverein gefälschte Pässe ausstellte, war ihm vollkommen klar. Das gehörte vermutlich zu Tagesgeschäft. "Wenn sie das sind, ja." Noch immer klang sein Misstrauen gegenüber den Eltern offen durch. Bisher gab es selten welche der unschuldigen Art. Diese taten ihm ehrlich leid, denn sie hatten wahrlich keine Ahnung, was mit den Kindern geschah oder wohin man sie entführte. Zu denen versuchte man tatsächlich nach einer Weile den Kontakt wieder herzustellen. Lief leider nur auch nicht immer ideal. Nicht alle Eltern verkrafteten es, ein nicht normales Kind zu haben. Aber das war eines der Themen, die sie wahrlich auf ein andermal verschieben konnten. "Kommt ja dann raus, wie die Eltern drauf sind, wenn wir herausgefunden haben wo sie sind. Kannst ihnen ja einen Besuch abstatten und es herausfinden."
Ein zweites Mal während dieser Unterhaltung hob Antares den Kopf und sah zu Syrena hinüber. "Stimmt, ich glaube dir nicht. Aber dein Vorschlag mit deiner Mentorin ist der Einzige, den wir zur Verfügung haben. Und wenn du ihr vertraust..." Er zuckte mit den Schultern, denn den Satz zu Ende führen würde er ganz sicherlich nicht. Nun hob er die Bierflasche an, jedoch nicht um erneut davon zu trinken, sondern er hielt sie sich gegen die Schläfe. Ganz kühl war der Inhalt nicht mehr aber es reichte aus, um den dumpfen Schmerz etwas zu dämmen. "Und ja, ich werde morgen mithören, wie deine Mentorin auf diesen Vorschlag reagiert. Wir schicken Maise da nur hin, wenn sie wirklich davon überzeugt ist. Das sind wir ihr schuldig." Kurz schwieg der Dunkelhaarige und wartete darauf, dass der Kopfschmerz etwas nachließ. "Ist dir eigentlich aufgefallen, dass du die ganze Zeit von wir gesprochen hast? Dabei war ich der Annahme, ich wäre bei deinem weiteren Vorhaben nur hinderlich." Er konnte es einfach nicht lassen, nun auch noch diese Spitze gegen seine Gegenüber zu schießen. Wenngleich dies nichts mit all dem zu tun hatte, was noch vor ihnen lag, aber es machte ihm persönlich Spaß es zu erwähnen.
Syrena. Die da jetzt wieder in der Türe stand und einfach nicht die Klappe halten konnte. Da dachte Antares, er tat ihnen beiden einen Gefallen, indem er sie wegschickte doch er erkannte den Fehler zu spät. Vermutlich hätte er sich einladen sollen noch zu bleiben und ihr einen Kaffee anbieten, dann wäre sie wehenden Haares aus der Wohnung geflüchtet. Lektion fürs nächste Mal. Jetzt hörte Antares, wie sie sich setzte und es sich in dem Sessel ihm gegenüber bequem machte. Der Dunkelhaarige sah sich deswegen nicht veranlasst, die Augen zu öffnen, oder sonst irgend etwas an seiner Sitzposition zu ändern. Er war einfach nur müde. Es hagelte erneut eine Beleidigung seiner Person, die er einfach überging und dann kamen Aufzählungen, was Madame alles so wollte. Was war mit seinen Wünschen? Aber auch jetzt schwieg er, denn über den erschöpften Teil hinweg wusste Antares, dass die Brünette leider Recht hatte und hörte ihren Ausführungen zu. War ohnehin am besten, sie reden zu lassen. Das tat sie am liebsten und er verstand, nach ihrer Aussage, ohnehin immer alles falsch. Also konnte er die Ruhe zwar nicht mehr so genießen, wie gerade eben noch, aber musste auch nicht sofort so tun, als stünde er sofort parat, wenn es der Hexe gefiel. Oder auch nicht, wie er eher vermutete.
Wen riefen sie nicht an? War er kurz eingenickt oder sprach sie schon wieder in Rätseln? Achja, die Eltern. Nope, hatte er nicht vor. Aber das behielt er mal für sich. Und da er vorhin schon ausführte, dass in den meisten Fällen in denen er bereits die Kinder rettete, die Eltern zumindest davon wussten, was sie taten und nicht wenige davon sogar dafür bezahlt wurden, schwieg Antares nun. Vorhin hatte sie ihn dafür schon glatt gebügelt, das reichte ihm einmal. Gegen Ende ihrer Ausführungen, hob der Dunkelhaarige die Hand mit dem Daumen nach oben. Konnte er alles mit leben, was sie so vorschlug. Einzig die Tatsache, dass sie immer von einem 'wir' sprach, war befremdlich. Aber vielleicht meinte sie auch sie und ihre zig Egos. Das brauchte dann auch eine andere Bezeichnung. Nur als sie ihn fragte, ob er eine andere Idee hatte, nickte der Hexer. "Aber die bräuchte Zeit, wäre langwierig und den Erfolg könnte ich nicht versprechen. Daher machen wir es auf deine Weise." Wieder wurde der Daumen gehoben. Es wäre ihm möglich in der Gestalt eines Vogels eine Weile vor der Wohnung 'Wache' zu stehen. Zu beobachten wer dort alles ein und ausging. Aber das war, wie gesagt eine zeitraubende Angelegenheit. Außerdem hätte er Maisie dann hinter sich lassen müssen, denn momentan besaß sie das größere Talent als er, mit Tieren Kontakt aufzunehmen. "Die Eltern finden, Maisie nicht verraten und niemandem trauen." Packte er ihre Ausführung in wenige Worte zusammen. "Check!" Als wäre das hier eine Liste, die sie abarbeiteten. Aber halt, das war es ja auch. Syrenas Liste.
Die nun dazu überging, ihm aufzuzählen, was die Kleine alles von seinen Fähigkeiten 'übernahm'. Klar, ruhig nochmal Salz in die Wunde reiben, oder halt. Mit solchen Kleinigkeiten gab sich eine Syrena nicht ab. Die benutzte Chili. Aber Antares schwieg auch hier und wartete, auf was die gehässige Hexe hinaus wollte. Meistens, nicht immer, gab es da ja tatsächlich einen Punkt und wie er mittlerweile gelernt hatte, denn im Gegensatz zu Syrenas Meinung, war er sehr wohl dazu im Stande, war es besser, sie erstmal all ihr Pulver verschießen zu lassen, bevor man sich dazu äußert. Und so war es auch jetzt wieder. Fragen auf die er keine Antwort hatte und Anmerkungen, die durchaus wert waren darüber nachzudenken. "Jetzt hol mal wieder Luft zwischendrin." Grätschte er in eine tatsächliche Atempause dazwischen. Immer noch ohne sie anzusehen, ja nicht mal ohne die Augen zu öffnen, beteiligte Antares sich an der Unterhaltung. "Woher soll ich das denn alles wissen? Ich kenne die Kleine genauso lange wie du. Mir macht das auch Sorgen, dass sie einfach so unsere Fähigkeiten unterdrückt und sich nichtsahnend aber scheinbar daran bedienen kann. So wie ich das einschätze, nimmt sie es nicht vollständig auf. Sie weiß vermutlich auch gar nicht, was sie da kann. Und ich bitte darum, wieder meine Fähigkeiten vollständig zurück zu bekommen, wenn sie geht. Ob sie davon dann noch ein Echo zurück behält, muss man ausprobieren. Mit so etwas wie dem Talent, welches Maisie besitzt, bin ich bisher auch noch nicht in Kontakt getreten. Ich könnte mich umhören, aber es lief ansonsten immer auf mächtige Zauber oder Flüche." Dieses Wort betonte er besonders. "...hinaus um einer Gegenpartei Schaden zuzufügen. Soweit mir bekannt, ist Maisie einzigartig. Ich hoffe, sie ist hinterher wieder vollkommen blank, denn erschrick dich jetzt nicht, aber ich bin deiner Meinung, dass sie ansonsten noch gefährlicher ist, als ohnehin schon. Mit Zauber, die sie nicht kontrollieren kann und die außer Kontrolle geraten könnten, ist nicht zu spaßen."
So, soviel sein Beitrag dazu. Er konnte nichts bessere beisteuern, weil er es schlichtweg nicht wusste. Es war ein reines Raten, so wie von Syrena. Ob die Fähigkeiten zurück blieben oder sie nur so lange wirkten, wie der ursprüngliche Besitzer in der Nähe war, blieb auszuprobieren. Das konnten sie Maisie nicht mal selber fragen, weil sie davon keine Ahnung hatte.
Als es dann aber wieder darauf kam, was er er Kleinen ins Ohr flüsterte, lächelte Antares fies. Das nagte immer noch an Syrena, dass sie das nicht wusste. Gut, ihre Begründung warum das so war, klang plausibel und erschreckend erwachsen. Aber den Spaß ließ sich der Dunkelhaarige doch nicht nehmen und blieb stur. "Platz ruhig, aber das verrate ich dir nicht." Das würde sein ganz persönlicher, kleiner Sieg an diesem Abend bleiben. War das kindisch. Sehr wohl. Tat es gut? Aber sowas von! Allerdings deutete er dann eine salutierende Geste mit der freien Hand an, als sie ihm auftrug, keiner sollte was zaubern. "Ay Ay, Ma´am." Er war momentan ohnehin zu platt dafür aber ja, leider klang auch das sehr vernünftig und hin und wieder konnte man sich ja an das halten, was Syrena einem auftrug. Nur dem Frieden Willen.
Ach Mist, es gab noch einen Punkt. Antares verdrehte hinter den geschlossenen Augenlidern die Augen. Wie wohltuend es doch war, nun wieder gesagt zu bekommen, wie wenig hilfreich all das war, was man sich in den letzten Jahren aufbaute. Ganz so wehrlos wie Syrena ihn hinstellte war er nicht. Aber sie hatte leider auch dahingehend Recht, dass Maisie nicht hierbleiben konnte. Sie war nicht sicher und er konnte nicht ausreichend für ihre Sicherheit sorgen. Sie hatten sich heute Abend mit gefährlichen Leuten angelegt, was sicherlich nicht ohne Echo bleiben würde. Syrena brachte in ihrer unnachahmlich charmanten Art auf den Punkt, was nicht ging. Als sie allerdings anfing von der Person zu reden, zu der sie gedachte, Maisie zu bringen, hob Antares den Kopf und sah in ihre Richtung. Jetzt endlich hatte sie seine volle Aufmerksamkeit. Trotz Erschöpfung und Müdigkeit. Mentorin von Syrena und eine Person, der sie vertraute. Nun, das war nun ein gefährlicher Drahtseilakt. Antares traute Syrena nicht. Aber wenn diese behauptete, das von der Person dort in Südamerika zu behaupten, musste er das so annehmen. Dies kam nicht leichtfertig von Seiten der Hexe. Und er selber wusste leider niemanden dem er das Mädchen guten Gewissens anvertrauen könnte. Niemanden, der zum einen so weit weg war und zum anderen mit deren Fähigkeiten klar kam.
Im Gegensatz zu der bisherigen Unterhaltung, wenn man es denn so nennen wollte, hörte Antares aufmerksam zu. Es war gefährlich das Mädchen jemandem anzuvertrauen, der ebenfalls magiebegabt war. Aber der Zusatz, dass diese Person sich damit auskannte, klang zwar nicht als ultimatives Werbeargument, aber besser, als alles andere. Und sie wäre weit weg. Außerhalb des Landes sogar.
"Ich habs kapiert!" Fuhr er sie dennoch gegen Ende an, als sie nochmals damit anfing seinen Unterschlupf als nicht passende Bleibe für Maisie darzustellen. "Die Kleine muss weg." Und nein, das gefiel ihm nicht aber es war vernünftig und ohje, auch ihm war die weitläufige Bedeutung dieses Wortes bekannt. "Wenn du dieser Miss Magoro vertraust, dass du Maisie guten Gewissens zu ihr schickst, dann nehme ich das so an." Würg! Aber es war die Wahrheit.
Aber zum Glück ging es ja dann auch schon wieder weiter mit Beleidigungen und Behauptungen, er war nur lebensfähig, weil Atmen ein Reflex war. Antares nahm einen weiteren Schluck von seinem Bier und ließ den Kopf dann wieder nach hinten kippen. Miss 'Ich rette die Welt' war wieder in Fahrt. Das man bei diesem Verbrecherverein gefälschte Pässe ausstellte, war ihm vollkommen klar. Das gehörte vermutlich zu Tagesgeschäft. "Wenn sie das sind, ja." Noch immer klang sein Misstrauen gegenüber den Eltern offen durch. Bisher gab es selten welche der unschuldigen Art. Diese taten ihm ehrlich leid, denn sie hatten wahrlich keine Ahnung, was mit den Kindern geschah oder wohin man sie entführte. Zu denen versuchte man tatsächlich nach einer Weile den Kontakt wieder herzustellen. Lief leider nur auch nicht immer ideal. Nicht alle Eltern verkrafteten es, ein nicht normales Kind zu haben. Aber das war eines der Themen, die sie wahrlich auf ein andermal verschieben konnten. "Kommt ja dann raus, wie die Eltern drauf sind, wenn wir herausgefunden haben wo sie sind. Kannst ihnen ja einen Besuch abstatten und es herausfinden."
Ein zweites Mal während dieser Unterhaltung hob Antares den Kopf und sah zu Syrena hinüber. "Stimmt, ich glaube dir nicht. Aber dein Vorschlag mit deiner Mentorin ist der Einzige, den wir zur Verfügung haben. Und wenn du ihr vertraust..." Er zuckte mit den Schultern, denn den Satz zu Ende führen würde er ganz sicherlich nicht. Nun hob er die Bierflasche an, jedoch nicht um erneut davon zu trinken, sondern er hielt sie sich gegen die Schläfe. Ganz kühl war der Inhalt nicht mehr aber es reichte aus, um den dumpfen Schmerz etwas zu dämmen. "Und ja, ich werde morgen mithören, wie deine Mentorin auf diesen Vorschlag reagiert. Wir schicken Maise da nur hin, wenn sie wirklich davon überzeugt ist. Das sind wir ihr schuldig." Kurz schwieg der Dunkelhaarige und wartete darauf, dass der Kopfschmerz etwas nachließ. "Ist dir eigentlich aufgefallen, dass du die ganze Zeit von wir gesprochen hast? Dabei war ich der Annahme, ich wäre bei deinem weiteren Vorhaben nur hinderlich." Er konnte es einfach nicht lassen, nun auch noch diese Spitze gegen seine Gegenüber zu schießen. Wenngleich dies nichts mit all dem zu tun hatte, was noch vor ihnen lag, aber es machte ihm persönlich Spaß es zu erwähnen.

