28.09.2026, 21:56
Kaum hatte Syrena im Badezimmer wieder losgelegt mit ihrer Mischung aus Herablassung, Belehrung und Verachtung, lächelte Antares gehässig. Sie war in ihrer Verblendung wieder darauf herein gefallen. Hörte sich einfach gerne reden und glaubte, um so vieles klüger zu sein, als alle um sie herum. Natürlich hörte er ihr bereits beim ersten Mal zu. Natürlich war er bei der Sache und natürlich hatte er von Anfang an verstanden. Aber warum nicht ein bisschen das Bild aufrecht halten, welches sie ganz offensichtlich von ihm hatte und einfach so tun als wäre er ihrer Anwesenheit nicht würdig?
Die Genugtuung, ihren Fluch wieder präsent zu wissen, hatte sie ja bereits. So wie auch seine Magie wieder zu ihm zurück kehrte und ihn mit der Sicherheit erfüllte, die er sein Leben lang bereits spürte, begann auch wieder der innere Kampf, den er seit vier Jahren tagtäglich ausfocht. Der Zauber, der sein Recht einforderte, der nicht unterdrückt werden wollte, sondern existieren. Die Kraft, die es ihn kostete, welche er zwar mit der Zeit immer besser kompensieren konnte aber eben nie gänzlich abstellen. Und genau dieser Kampf war für eine kurze Zeit zum Erliegen gekommen. Nur um sich nun wieder zurück zu melden. Ein Hinweis für Antares, dass sich morgen sein Weg bereits hier in der Wohnung von Maisie trennte. Wenn sie gänzlich aus seinem Einzugsbereich verschwand, würde er dem Fluch nichts entgegen zu setzen haben und ihn gewähren lassen müssen. Und sich vor den Augen der Öffentlichkeit in eine Katze zu verwandeln war dann selbst in der Welt der Andersartigen etwas, was man tunlichst vermeiden sollte. Zumal er Syrena diesen finalen Sieg ebenfalls nicht gönnte.
So wie sie scheinbar mit allem was sie tat und sagte darauf konzentriert war, ihn zunichte zu machen. Da hatte er es gerade geschafft das Mädchen da draußen ein bisschen aufzumuntern, haute Madame wieder einen Dämpfer raus. Natürlich versuchte Antares mit einem Zwinkern zu Maisie zu retten, was noch zu retten war und flüsterte ihr ein "Nur coole Tiere zu."
Ein weiterer, kleiner Sieg war, dass er der Hexe natürlich nicht verriet, was er der Kleinen ins Ohr flüsterte. Ging diese schließlich nichts an. Es waren keine Staatsgeheimnisse und nur dafür gedacht, die Gerettete etwas aufzumuntern. Ob es wirklich stimmte, blieb auch im Dunklen, aber alleine die Reaktion war es wert gewesen. Also die von Beiden. Sich gegenüber Syrena auszuschweigen war schon was, dass Antares als Punkt für sich verbuchte.
Und nun standen sie hier in seinem dunkel gefliesten Badezimmer. Eigentlich auf ziemlich engem Raum beieinander. Und Syrena keifte in gewohnter Manier vor sich hin. Die Erleuchtung, die sie von ihm erwartete, kam ganz von selbst, als sie nicht mal abwarten konnte, bis er Luft holte um dann selbst fortzufahren. Lässig verschränkte der Hexer die Arme vor der Brust und ließ Syrena reden. Das diese, kaum war sie wieder vorhanden, ihre Magie zum Vorschein kommen ließ, war ihm nicht entgangen. Und auch vergaß er nicht die Tatsache, dass die Rollenverteilung ziemlich klar war. Während die Hexe sich auf Krawall- Angriffs- und Zerstörungszauber spezialisiert hatte, bewegte er sich mehr im passiven Bereich. Was ihn nicht ungefährlich machte, wie sie selbst soeben aufzählte. Er hatte es immerhin geschafft, ihren Fluch in die Schranken zu weißen. Der magisch aufgeladene Stein an der Kette um seinen Hals, unterstützte sein Handeln nur. Er war nicht der ausschlaggebende Punkt. Wenn auch eine sehr wirkungsvolle und von Antares dankbar angenommene Hilfestellung. Übertrieben deutlich, nickte er ihr zu und mimte einen kurzen Moment sogar den Diener, indem er die eben noch verschränkten Arme weit ausbreitete. "Das einfache Volk dankt." Es war natürlich darauf bezogen, dass sie seine Bemühungen anerkannte, ihren Fluch zu unterdrücken. Und ja, sie mochte in vielen Dingen die Beste sein, doch was dies betraf, konnte sie wahrlich noch von ihm lernen. Syrena hatte Ausdauer, gepaart mit Sturheit und ungebrochenem Durchhaltevermögen nicht für sich alleine gebucht. Dies war sein Antrieb gewesen, als es darum ging, sein Leben weiterhin nicht einzig als Kater zu verbringen.
Im Anschluss daran, ließ er ihr den Vortritt, was die Untersuchung der Münze anging. Er beobachtete ihr Handeln, sogar weniger, weil er ihr nicht traute, er 'spürte' ihre Magie und verfolgte sie aufmerksam. Es war kein Gefühl, welches sich ihm erschloss. Es war ihre Art, die Wirklichkeit ein klein bisschen zu verbiegen, die wie jeder einzelne Zauber, seine eigene Nuance trug. Ihre geschlossenen Augen beeindruckten ihn nicht, doch er war, was diesen Moment betraf, respektvoll genug, zu schweigen. Und noch bevor sie ihn auf so freundliche Weise fragte, ob er die Signatur auch spürte, hatte er seine linke Hand gehoben. Zu den roten Fäden mischte sich ein violettes Schimmern. Auch er untersuchte die Münze auf die magische Weise. Es kostete ihn viel Konzentration, mehr als sonst, denn seine Magie war noch gedämpft, von der draußen im Wohnzimmer sitzenden Maisie. Sonst durchströmte sie ihn, wie ein Fluss der ständig in Bewegung war. Jetzt aber, schien es als müsste er auf irgendwelche Reserven zurückgreifen, die sich ständig woanders versteckten und nicht wirklich bereit dazu waren, seinem Willen zu gehorchen. Es war richtig anstrengend, zu zaubern. Und dies, wo in ihm doch wieder der Kampf gegen den Fluch entfacht war. Vieles seiner ohnehin spärlich vorhandenen Magie, musste er darauf verwenden, war jedoch zu stur und zu selbstsicher um auch nur irgend eine Kleinigkeit davon, vor Syrena zuzugeben.
Als die weiteren Anweisungen kamen, griff Antares mit einem Mal nach vorne und nach der Münze. Er hätte sie Syrena in normalem Zustand niemals abnehmen können, doch momentan waren seine physischen Kräfte stärker als ihre psychischen. Er hielt das kostbare Stück zwischen den Fingern und sah seine Gegenüber direkt an.
"Eines wirst du dir jetzt ein für alle Mal merken, Syrena." So, wie er ihren Namen aussprach, klang es eher nach dem Zischen einer Schlange. "Du kannst mich da draußen vor dem Mädchen erniedrigen. Du kannst von mir so wenig halten, wie du möchtest. Aber wenn es darum geht Maisie oder irgend eines der anderen Kinder zu befreien, dann denke daran, dass mir das verdammt ernst ist. Ich werde weder diese Münze zerbrechen, noch sonst einen Fehler begehen, der das Leben des Kindes da draußen gefährden könnte. Du hast heute deinen ersten Kontakt mit dieser Schattenwelt. Und das auch nur, weil dein Auftrag dich in diesen Dreck gestoßen hat. Bisher hast du deine Nase so hoch getragen, dass du gar nicht gesehen hast, über welchen Unrat du hinweggegangen bist." Antares war nicht laut geworden. Maisie brauchte von hier drinnen nichts mitbekommen. Syrena stand auch direkt vor ihm, weswegen es nicht nötig war, die Stimme zu erheben. "Also hör auf, mir noch einmal zu unterstellen, mir wäre das alles hier nicht wichtig. Du bist es nicht. Von mir aus hätten sie dich da in der Gasse noch eine Weile bearbeiten können. Aber es ist diese Münze und Maisie, das ist von Bedeutung ist."
Nachdem dies geklärt war und seine Gegenüber es hoffentlich endlich verstand, gab Antares die Münze zurück in ihre Magie. Denn dies galt auch nach wie vor, dass es Syrena war, die in diesem Fall den hauptsächlichen Zauber ausführte. Er blieb im Hintergrund. Unterstützend und wie sich gleich darauf herausstellte, vielleicht sogar mehr als das. Eine Augenbraue wanderte nach oben, als die Hexe sich vor ihm wand wie ein Wurm auf dem Trockenen, und ihn um seine Hilfe bat. Oh, das musste ihr körperliche Schmerzen bereiten und das war wunderbar mit anzusehen. Ja gut, es mochte nicht ganz gentlemanlike sein, die Schwäche einer Frau auszunutzen, noch dazu, nachdem diese sich durchsieben lassen hatte müssen. Im Grunde sprach das ja wiederum für Syrena, dass sie dies alles für das Kind auf sich nahm. Auch das Angebot, dass sie sich um deren Rettung kümmern wollte, wäre eigentlich ein Punkt auf der Haben-Seite ihres Kontos gewesen. Wäre dieses nicht ohnehin schon so tief im Minus, dass diese eine gute Tat leider kaum ins Gewicht fiel. Es war immerhin so viel wert, dass Antares sich diese Geste merkte. Zwar nicht wissend, ob und für was es dies je wieder brauchen würde, weil man sich nach dem heutigen Abend sicherlich nur noch zur Verabschiedung von Maisie treffen würde, aber er wusste sehr wohl eine gute Tat zu schätzen. Auch wenn sie von einer schlechten Person verübt worden war.
Ihrer Aufforderung, denn eine Bitte konnte man das nun wirklich nicht nennen, wollte er gerade nachkommen, als Syrena natürlich nochmal ihren Standpunkt klarmachen musste. Antares rollte mit den Augen. "Jetzt komm mal wieder runter. Als ob mir das Spaß machen würde. Als ich meinte, du kommst alleine nicht klar, war das eigentlich nur um dich zu ärgern." Noch immer rührte er sich nicht von der Stelle. Als wäre das, was Syrena vorschlug schlimmer als ein Stachelschwein auf den Hintern zu küssen. "Aber es ist für Maisie." War dann das finale Todschlagargument, um auf das unmoralische Angebot doch einzugehen. Er tat es nicht um dem Ego der Hexe wieder auf die Füße zu helfen, damit sie am Ende als Held des Tages dastand. Nein, es war für das Mädchen da draußen, welches nichts weiter von ihrer Vergangenheit zurück behalten hatte, als ihr Stofftier.
Also verließ der Hexer seinen Platz an der Türe und trat hinter Syrena. Keine Tricks, kein provozierender Spruch. So widerwärtig es sich auch anhörte, doch sie mussten in dieser einen Sache tatsächlich zusammenarbeiten. Beide waren sie gerade nicht in der Lage auch nur irgend etwas auszurichten. Der Zauber, welcher auf der Münze lag war zu stark und sie beide durch Maisies Einfluss geschwächt. Doch es musste jetzt geschehen um das Mädchen in Sicherheit zu bringen.
Der Dunkelhaarige trat hinter die zierliche Hexe. Und obwohl sie ziemlich ramponiert aussah, vernahm er den Duft ihrer Haare. Das Shampoo, welches sie benutzte roch sehr intensiv. Wenngleich leider nicht schlecht. Doch Antares konzentrierte sich auf seine Aufgabe, nahm beide Arme hoch um sie an Syrenas Seiten vorbei nach vorne zu nehmen und seine Hände auf die Ihren zu legen. Dabei blieb es nicht aus, dass sie sich berührten. Sie lehnte mit ihrem Rücken an seiner Brust, seine Arme an ihrer Seite und schlussendlich die Berührung ihrer Hände. Als der Hexer einmal tief durchatmete, um innerlich zur Ruhe zu kommen, strich sein Atem zwangsläufig über ihre Haare. Gleich darauf gab er bereitwillig einen Großteil seiner Energie für Syrena frei. Er hielt nur so viel zurück, wie er brauchte, um gegen den Fluch anzukämpfen.
Der violette Schein verband sich mit den roten Energiesträngen, welche die Münze schweben ließ. Wie von ihr angewiesen, suchte Antares die Signatur, prüfte deren Stärke, sobald Syrena anfing, diese von der Münze zu lösen und baute in jede frei gewordene Lücke, jeden magieleeren Raum und jede noch so kleine Luftblase sofort einen Gegenbann ein.
Je länger der Zauber anhielt, umso schwerer ruhten seine Hände auf denen von Syrena. Er kämpfte gerade an drei Fronten. Der Fluch, der Gegenbann und seine Magie, die er der Hexe zur Verfügung stellte, obwohl diese ebenfalls nur begrenzt war. Aber wenn bis eben tatsächlich noch Zweifel bestanden haben sollten, dann wurde allerspätestens jetzt deutlich, wie ehrlich Antares seine Worte, in Bezug auf Maisies Rettung, meinte. Es war kein Hinterhalt und Syrena bekam uneingeschränkten Zugriff auf all die Magie, die er abzweigen konnte. Er verwendete keine Tricks, hielt sie nicht zum Narren und hielt konzentriert all seine Aufmerksamkeit bei seiner Aufgabe, die losgelöste Magie daran zu hindern erneut eine Verbindung mit der Münze einnehmen zu können.
Die Genugtuung, ihren Fluch wieder präsent zu wissen, hatte sie ja bereits. So wie auch seine Magie wieder zu ihm zurück kehrte und ihn mit der Sicherheit erfüllte, die er sein Leben lang bereits spürte, begann auch wieder der innere Kampf, den er seit vier Jahren tagtäglich ausfocht. Der Zauber, der sein Recht einforderte, der nicht unterdrückt werden wollte, sondern existieren. Die Kraft, die es ihn kostete, welche er zwar mit der Zeit immer besser kompensieren konnte aber eben nie gänzlich abstellen. Und genau dieser Kampf war für eine kurze Zeit zum Erliegen gekommen. Nur um sich nun wieder zurück zu melden. Ein Hinweis für Antares, dass sich morgen sein Weg bereits hier in der Wohnung von Maisie trennte. Wenn sie gänzlich aus seinem Einzugsbereich verschwand, würde er dem Fluch nichts entgegen zu setzen haben und ihn gewähren lassen müssen. Und sich vor den Augen der Öffentlichkeit in eine Katze zu verwandeln war dann selbst in der Welt der Andersartigen etwas, was man tunlichst vermeiden sollte. Zumal er Syrena diesen finalen Sieg ebenfalls nicht gönnte.
So wie sie scheinbar mit allem was sie tat und sagte darauf konzentriert war, ihn zunichte zu machen. Da hatte er es gerade geschafft das Mädchen da draußen ein bisschen aufzumuntern, haute Madame wieder einen Dämpfer raus. Natürlich versuchte Antares mit einem Zwinkern zu Maisie zu retten, was noch zu retten war und flüsterte ihr ein "Nur coole Tiere zu."
Ein weiterer, kleiner Sieg war, dass er der Hexe natürlich nicht verriet, was er der Kleinen ins Ohr flüsterte. Ging diese schließlich nichts an. Es waren keine Staatsgeheimnisse und nur dafür gedacht, die Gerettete etwas aufzumuntern. Ob es wirklich stimmte, blieb auch im Dunklen, aber alleine die Reaktion war es wert gewesen. Also die von Beiden. Sich gegenüber Syrena auszuschweigen war schon was, dass Antares als Punkt für sich verbuchte.
Und nun standen sie hier in seinem dunkel gefliesten Badezimmer. Eigentlich auf ziemlich engem Raum beieinander. Und Syrena keifte in gewohnter Manier vor sich hin. Die Erleuchtung, die sie von ihm erwartete, kam ganz von selbst, als sie nicht mal abwarten konnte, bis er Luft holte um dann selbst fortzufahren. Lässig verschränkte der Hexer die Arme vor der Brust und ließ Syrena reden. Das diese, kaum war sie wieder vorhanden, ihre Magie zum Vorschein kommen ließ, war ihm nicht entgangen. Und auch vergaß er nicht die Tatsache, dass die Rollenverteilung ziemlich klar war. Während die Hexe sich auf Krawall- Angriffs- und Zerstörungszauber spezialisiert hatte, bewegte er sich mehr im passiven Bereich. Was ihn nicht ungefährlich machte, wie sie selbst soeben aufzählte. Er hatte es immerhin geschafft, ihren Fluch in die Schranken zu weißen. Der magisch aufgeladene Stein an der Kette um seinen Hals, unterstützte sein Handeln nur. Er war nicht der ausschlaggebende Punkt. Wenn auch eine sehr wirkungsvolle und von Antares dankbar angenommene Hilfestellung. Übertrieben deutlich, nickte er ihr zu und mimte einen kurzen Moment sogar den Diener, indem er die eben noch verschränkten Arme weit ausbreitete. "Das einfache Volk dankt." Es war natürlich darauf bezogen, dass sie seine Bemühungen anerkannte, ihren Fluch zu unterdrücken. Und ja, sie mochte in vielen Dingen die Beste sein, doch was dies betraf, konnte sie wahrlich noch von ihm lernen. Syrena hatte Ausdauer, gepaart mit Sturheit und ungebrochenem Durchhaltevermögen nicht für sich alleine gebucht. Dies war sein Antrieb gewesen, als es darum ging, sein Leben weiterhin nicht einzig als Kater zu verbringen.
Im Anschluss daran, ließ er ihr den Vortritt, was die Untersuchung der Münze anging. Er beobachtete ihr Handeln, sogar weniger, weil er ihr nicht traute, er 'spürte' ihre Magie und verfolgte sie aufmerksam. Es war kein Gefühl, welches sich ihm erschloss. Es war ihre Art, die Wirklichkeit ein klein bisschen zu verbiegen, die wie jeder einzelne Zauber, seine eigene Nuance trug. Ihre geschlossenen Augen beeindruckten ihn nicht, doch er war, was diesen Moment betraf, respektvoll genug, zu schweigen. Und noch bevor sie ihn auf so freundliche Weise fragte, ob er die Signatur auch spürte, hatte er seine linke Hand gehoben. Zu den roten Fäden mischte sich ein violettes Schimmern. Auch er untersuchte die Münze auf die magische Weise. Es kostete ihn viel Konzentration, mehr als sonst, denn seine Magie war noch gedämpft, von der draußen im Wohnzimmer sitzenden Maisie. Sonst durchströmte sie ihn, wie ein Fluss der ständig in Bewegung war. Jetzt aber, schien es als müsste er auf irgendwelche Reserven zurückgreifen, die sich ständig woanders versteckten und nicht wirklich bereit dazu waren, seinem Willen zu gehorchen. Es war richtig anstrengend, zu zaubern. Und dies, wo in ihm doch wieder der Kampf gegen den Fluch entfacht war. Vieles seiner ohnehin spärlich vorhandenen Magie, musste er darauf verwenden, war jedoch zu stur und zu selbstsicher um auch nur irgend eine Kleinigkeit davon, vor Syrena zuzugeben.
Als die weiteren Anweisungen kamen, griff Antares mit einem Mal nach vorne und nach der Münze. Er hätte sie Syrena in normalem Zustand niemals abnehmen können, doch momentan waren seine physischen Kräfte stärker als ihre psychischen. Er hielt das kostbare Stück zwischen den Fingern und sah seine Gegenüber direkt an.
"Eines wirst du dir jetzt ein für alle Mal merken, Syrena." So, wie er ihren Namen aussprach, klang es eher nach dem Zischen einer Schlange. "Du kannst mich da draußen vor dem Mädchen erniedrigen. Du kannst von mir so wenig halten, wie du möchtest. Aber wenn es darum geht Maisie oder irgend eines der anderen Kinder zu befreien, dann denke daran, dass mir das verdammt ernst ist. Ich werde weder diese Münze zerbrechen, noch sonst einen Fehler begehen, der das Leben des Kindes da draußen gefährden könnte. Du hast heute deinen ersten Kontakt mit dieser Schattenwelt. Und das auch nur, weil dein Auftrag dich in diesen Dreck gestoßen hat. Bisher hast du deine Nase so hoch getragen, dass du gar nicht gesehen hast, über welchen Unrat du hinweggegangen bist." Antares war nicht laut geworden. Maisie brauchte von hier drinnen nichts mitbekommen. Syrena stand auch direkt vor ihm, weswegen es nicht nötig war, die Stimme zu erheben. "Also hör auf, mir noch einmal zu unterstellen, mir wäre das alles hier nicht wichtig. Du bist es nicht. Von mir aus hätten sie dich da in der Gasse noch eine Weile bearbeiten können. Aber es ist diese Münze und Maisie, das ist von Bedeutung ist."
Nachdem dies geklärt war und seine Gegenüber es hoffentlich endlich verstand, gab Antares die Münze zurück in ihre Magie. Denn dies galt auch nach wie vor, dass es Syrena war, die in diesem Fall den hauptsächlichen Zauber ausführte. Er blieb im Hintergrund. Unterstützend und wie sich gleich darauf herausstellte, vielleicht sogar mehr als das. Eine Augenbraue wanderte nach oben, als die Hexe sich vor ihm wand wie ein Wurm auf dem Trockenen, und ihn um seine Hilfe bat. Oh, das musste ihr körperliche Schmerzen bereiten und das war wunderbar mit anzusehen. Ja gut, es mochte nicht ganz gentlemanlike sein, die Schwäche einer Frau auszunutzen, noch dazu, nachdem diese sich durchsieben lassen hatte müssen. Im Grunde sprach das ja wiederum für Syrena, dass sie dies alles für das Kind auf sich nahm. Auch das Angebot, dass sie sich um deren Rettung kümmern wollte, wäre eigentlich ein Punkt auf der Haben-Seite ihres Kontos gewesen. Wäre dieses nicht ohnehin schon so tief im Minus, dass diese eine gute Tat leider kaum ins Gewicht fiel. Es war immerhin so viel wert, dass Antares sich diese Geste merkte. Zwar nicht wissend, ob und für was es dies je wieder brauchen würde, weil man sich nach dem heutigen Abend sicherlich nur noch zur Verabschiedung von Maisie treffen würde, aber er wusste sehr wohl eine gute Tat zu schätzen. Auch wenn sie von einer schlechten Person verübt worden war.
Ihrer Aufforderung, denn eine Bitte konnte man das nun wirklich nicht nennen, wollte er gerade nachkommen, als Syrena natürlich nochmal ihren Standpunkt klarmachen musste. Antares rollte mit den Augen. "Jetzt komm mal wieder runter. Als ob mir das Spaß machen würde. Als ich meinte, du kommst alleine nicht klar, war das eigentlich nur um dich zu ärgern." Noch immer rührte er sich nicht von der Stelle. Als wäre das, was Syrena vorschlug schlimmer als ein Stachelschwein auf den Hintern zu küssen. "Aber es ist für Maisie." War dann das finale Todschlagargument, um auf das unmoralische Angebot doch einzugehen. Er tat es nicht um dem Ego der Hexe wieder auf die Füße zu helfen, damit sie am Ende als Held des Tages dastand. Nein, es war für das Mädchen da draußen, welches nichts weiter von ihrer Vergangenheit zurück behalten hatte, als ihr Stofftier.
Also verließ der Hexer seinen Platz an der Türe und trat hinter Syrena. Keine Tricks, kein provozierender Spruch. So widerwärtig es sich auch anhörte, doch sie mussten in dieser einen Sache tatsächlich zusammenarbeiten. Beide waren sie gerade nicht in der Lage auch nur irgend etwas auszurichten. Der Zauber, welcher auf der Münze lag war zu stark und sie beide durch Maisies Einfluss geschwächt. Doch es musste jetzt geschehen um das Mädchen in Sicherheit zu bringen.
Der Dunkelhaarige trat hinter die zierliche Hexe. Und obwohl sie ziemlich ramponiert aussah, vernahm er den Duft ihrer Haare. Das Shampoo, welches sie benutzte roch sehr intensiv. Wenngleich leider nicht schlecht. Doch Antares konzentrierte sich auf seine Aufgabe, nahm beide Arme hoch um sie an Syrenas Seiten vorbei nach vorne zu nehmen und seine Hände auf die Ihren zu legen. Dabei blieb es nicht aus, dass sie sich berührten. Sie lehnte mit ihrem Rücken an seiner Brust, seine Arme an ihrer Seite und schlussendlich die Berührung ihrer Hände. Als der Hexer einmal tief durchatmete, um innerlich zur Ruhe zu kommen, strich sein Atem zwangsläufig über ihre Haare. Gleich darauf gab er bereitwillig einen Großteil seiner Energie für Syrena frei. Er hielt nur so viel zurück, wie er brauchte, um gegen den Fluch anzukämpfen.
Der violette Schein verband sich mit den roten Energiesträngen, welche die Münze schweben ließ. Wie von ihr angewiesen, suchte Antares die Signatur, prüfte deren Stärke, sobald Syrena anfing, diese von der Münze zu lösen und baute in jede frei gewordene Lücke, jeden magieleeren Raum und jede noch so kleine Luftblase sofort einen Gegenbann ein.
Je länger der Zauber anhielt, umso schwerer ruhten seine Hände auf denen von Syrena. Er kämpfte gerade an drei Fronten. Der Fluch, der Gegenbann und seine Magie, die er der Hexe zur Verfügung stellte, obwohl diese ebenfalls nur begrenzt war. Aber wenn bis eben tatsächlich noch Zweifel bestanden haben sollten, dann wurde allerspätestens jetzt deutlich, wie ehrlich Antares seine Worte, in Bezug auf Maisies Rettung, meinte. Es war kein Hinterhalt und Syrena bekam uneingeschränkten Zugriff auf all die Magie, die er abzweigen konnte. Er verwendete keine Tricks, hielt sie nicht zum Narren und hielt konzentriert all seine Aufmerksamkeit bei seiner Aufgabe, die losgelöste Magie daran zu hindern erneut eine Verbindung mit der Münze einnehmen zu können.

