20.09.2026, 22:27
Als er die Karten in seiner Hand umverteilte, fiel sein Blick auf sein schmerzendes Handgelenk. Es war ungewohnt, wenn nicht sogar fremd für ihn, Schmerzen über einen längeren Zeitraum aushalten zu müssen. Seine Magie sorgte für gewöhnlich innerhalb kürzester Zeit dafür, dass alles wieder so wurde, wie es vor einer Verletzung war. Nicht, dass er deswegen wagemutiger wäre. Aber es war gut zu wissen, dass Verletzungen bis zu einem gewissen Grad, für ihn keine nennenswerte Bedeutung hatten. Jetzt, da er sich aber in der Gegenwart des Mädchens befand, war diese Fähigkeit vollkommen weg. Die Stellen, an denen Syrena ihm ihre Fingernägel in die Haut rammte, brannten unangenehm und er sollte sie wohl auch in absehbarer Zeit desinfizieren und ausspülen. Nicht, dass sie Tollwut hatte. Unangenehmer als das Ziehen auf der Haut war aber das Wissen, dass er mit der Hexe russisch Roulette spielte. Der Impuls, aus der Wut heraus geboren, war nicht die beste Entscheidung, die er treffen konnte. Und doch war es ihre Arroganz, die es immer wieder schaffte, seine selbst auferlegte Barriere zu durchbrechen. Es war ihm scheißegal ob sie ihn hasste. Sie konnte ihn verabscheuen und all ihre dämlichen Sprüche, die sie scheinbar auswendig gelernt hatte, bei ihm anbringen. Sie konnte ihm auch mit ihren ständigen Nörgeleien ein Ohr abschmatzen. Das alles war ihm nicht wichtig. Seit er den einzigen Menschen verloren hatte die ihm etwas bedeutete, ließ Antares niemanden mehr an sich heran. Die Liebschaften, die er seither hatte, waren nur dazu da, die eigene Lust zu befriedigen. Von keiner der Frauen wusste er noch den Namen oder sah sie je wieder auch wenn hin und wieder es doch mal eine nochmal versuchte. Hier und da mal Eine aus dem Club mitnehmen oder es sich gegen Ladenschluss in einem der Separees gut gehen lassen. All das gehörte zum Alltag. Er merkte sich weder Namen noch sonst irgendwelche Details. Es war nicht mehr wichtig für ihn. Genauso wenig, wie er noch richtige Freundschaften besaß. Klar, waren da die Kollegen aus dem Club, mit denen man abhing, oder der ein oder andere Geschäftspartner, der zu den Besseren zählte und mit dem man auch mal über die Dodgers sprach. Doch das war alles an Nähe, die er noch erlaubte. Wer, wenn nicht er wusste nur zu gut, was es bedeutete, jemanden zu haben, der einen verletzlich machte.
Bestes Beispiel war ja die Kleine hier. Sogar das Mistvieh von Syrena wurde in ihrer Nähe handzahm. Beinahe menschlich. Und doch war ihre Arroganz ihm gegenüber unübertrefflich. Sie hasste ihn aus den falschen Gründen. Gründe, die sie nicht wissen konnte, weil er es nie jemandem anvertraute. Für das was er getan hatte, verdammte er sich bereits selbst, da hätte es diesen Fluch nicht auch noch benötigt. Die Hexe aber sah in ihm denjenigen der für Amys Untergang verantwortlich war. Und Newsflash! Das war er auch. Allerdings war er nicht derjenige, den sie nicht aufhören konnte und wollte, in ihm zu sehen. Sie verdammte ihn zu einem Leben als Katze und drehte sich danach nicht mal mehr um. Es war Zufall, dass sie sich heute wieder getroffen hatten, ansonsten hätte sie ihn schon längst vergessen. Und an ihrer vermaledeiten Moralpredigt von wegen was es bedeutete, über andere zu bestimmen, sollte sie ersticken. Nichts von dem was er bisher oder in der Vergangenheit tat, war schlimmer, als ihr Fluch. Aber Syrena war so verblendet von ihrer eigenen Arroganz, dass sie vermutlich nicht mal erkannte einen Fehler gemacht zu haben, wenn der Fehler sie in den Arsch biss. Nein, sie sollte ihn ruhig weiter hassen und ihn mit ihren dämlichen Sprüchen malträtieren. Ja, vielleicht suchte sie ihn sogar nochmal auf, wenn sie ihre Magie zurück hatte, weil ihr Stolz es nicht anders zuließ. Dann war er bereit. Aber sie wusste nun auch, er spurte nicht vor ihr, nur weil sie ihn verfluchte. Ihr ganzer Zorn und ihre Abneigung waren nichts im Vergleich zu dem, was er sich selbst in Bezug auf Amys Tod auferlegte. Sein Versuch sie zu retten, führte zu ihrem Ende. Und daher konnte ihn das Rumpelstilzchen, welches sich gerade in seinem Bad verarztete oder krepierte, noch so sehr verachten. Seine Verachtung sich selbst gegenüber würde sie nie erreichen. Und daher ging auch ihre Drohung ins Leere. Sollte sie diese wirklich durchsetzen, tja, dann tat sie ihm sogar einen Gefallen damit.
"Du hast mir noch nicht verraten, wer Amy ist."
Die zarte Stimme des Mädchens riss ihn aus seinen Grübeleien und Antares hob den Kopf. "Sie war eine Freundin von mir. Eine, die ich sehr gerne mochte. Aber sie war in Gefahr, ähnlich wie du. Ich wollte sie beschützen, doch das ist mir leider nicht gelungen." Maisie sah ihn so mitfühlend an, dass es dem Dunkelhaarigen beinahe unangenehm wurde. Er wusste, was sie empfand. Schließlich war es seine Magie. Sie erkannte, dass er die Wahrheit sagte und vermutlich empfang sie auch seinen Schmerz bei diesen Worten. Je nachdem wie viel sie von seinem Können übernommen hatte.
Daher zwang er sich zu einem Lächeln. "Dieses Mal klappt es, versprochen. Heute ist ja deine Freundin mit dabei und die schafft alles, was sie sich in den Kopf setzt."
Das Lächeln erstarb seinerseits, als besagte 'Freundin' in den Raum trat und natürlich wieder um sich keifte wie so ein kleiner Pinscher, der Komplexe bezüglich seiner Größe hatte. Syrena wirkte sauberer und leider auch irgendwie geheilter. Sie musste sich die Kugeln entfernt haben. Scheinbar war das Badezimmer weit genug von Maisie weg, dass dies möglich war. Die Augen bezüglich ihrem erneut dämlichen Kommentar verdrehend, schnappte er sich die Box mit dem gebratenem Hähnchen und begann sich ein Stück davon mit den Stäbchen heraus zu fischen. Wenn Maisie sein magisches Können, bezüglich der Empathie übernommen hatte, warum strahlte sie dann übers ganze Gesicht, wenn Syrena in der Nähe war? Konnte nur daran liegen, dass sie seine Magie nicht richtig einschätzen konnte. Ansonsten wäre sie schon in ihrer Wohnung zu einem der Fenster, die in den Hinterhof führten, auf und davongerannt.
Das Gebrabbel und Gemecker auf der anderen Seite des Tisches, ignorierte der Hexer gänzlich und konzentrierte sich auf sein Abendessen. Oder verfrühter Mitternachtssnack? Egal wie man es nannte, er stellte nicht nur wieder einmal fest, warum er den Flyer dieses Lieferservices am Kühlschrank hängen hatte, er genoss es auch voll und ganz, wieder er selbst zu sein. Zwar ohne Magie aber auch ohne den Fluch. Sollte Syrena doch so tun, als wäre sie nett zu dem Mädchen.
Erst als diese anfing, zu erklären was Sache war, horchte er aufmerksamer zu. Beinahe hätte er sich an einem der Stückchen verschluckt. Zu ihm sagen, er konnte nicht mit Kindern umgehen. Aber das was Madame hier gerade tat war ja umso vieles Besser. Kalte, ungeschönte Fakten mitten rein in das Gesicht der Zwölfjährigen. Nein, das war sicherlich bei weitem nicht so schlimm, wie sein Fauxpas mit den Nudelboxen. Vor allem weil sie ja gerade im Duett diese Erklärung übernahmen, wie sie einleitend anklingen ließ. Aber Antares schwieg. Sollte Maisie bitte ihre Rotznase auch an Syrena abwischen. Und obwohl er weiterhin so tat, als wäre der Inhalt der Box wichtiger, war seine Aufmerksamkeit bei dem, was die Hexe erzählte.
Gegen Ende ihrer Erklärung, die das Einfühlvermögen einer Abrissbirne besaß, saß ein Häufchen Elend auf dem Sofa. Natürlich aß Maisie auch nichts mehr und das Faultier war wieder näher zu ihr heran gerückt. Mehr noch, sie hielt es nun fest umklammert. Jap! Er war derjenige, der hier kein Gespür für Kinder hatte. Als Antares aufsah, zog er nur eine Augenbraue in die Höhe. 'Echt jetzt?' Aber noch immer kam kein Kommentar diesbezüglich über die Lippen.
Stattdessen versuchte er irgendwie zu retten, was noch zu retten war. Mit sehr viel mehr Einfühlvermögen in der Stimme wandte er sich der Zwölfjährigen zu. "Deine Freundin hat Recht. Deine Fähigkeiten sind für viele Leute sehr wertvoll. Leute, die damit schlimme Dinge tun wollen. Aber Syrena hat auch diesbezüglich Recht, dass du hier in Sicherheit bist. Jetzt iss noch ein bisschen was, hm?"
Seinen Kopf hebend, suchte er Blickkontakt mit Syrena. Klar, wenn es darum ging, dass etwas wirklich erledigt werden musste, war er wieder recht. Außer Sprücheklopfen war von ihrer Seite ja noch nicht viel gekommen. "Für heute Nacht kann sie hierbleiben, aber was dann? Vielleicht schaffen wir es auch sie noch eine weitere Nacht zu verstecken. Ich habe Kontakte in der Stadt. Maisie ist nicht das erste Kind, welches wir aus diesem elenden Schmugglerring befreien. Die Anderen waren aber noch nicht so heiß, als wir sie versteckten und vor allem waren deren Fähigkeiten nicht so wertvoll. Meine Kontakte werde ich in diese Angelegenheit nicht mit hineinziehen. Außerdem gibt es in der ganzen Stadt keinen Ort, an dem sie für längere Zeit sicher ist. Sie muss weiter weg."
Bestes Beispiel war ja die Kleine hier. Sogar das Mistvieh von Syrena wurde in ihrer Nähe handzahm. Beinahe menschlich. Und doch war ihre Arroganz ihm gegenüber unübertrefflich. Sie hasste ihn aus den falschen Gründen. Gründe, die sie nicht wissen konnte, weil er es nie jemandem anvertraute. Für das was er getan hatte, verdammte er sich bereits selbst, da hätte es diesen Fluch nicht auch noch benötigt. Die Hexe aber sah in ihm denjenigen der für Amys Untergang verantwortlich war. Und Newsflash! Das war er auch. Allerdings war er nicht derjenige, den sie nicht aufhören konnte und wollte, in ihm zu sehen. Sie verdammte ihn zu einem Leben als Katze und drehte sich danach nicht mal mehr um. Es war Zufall, dass sie sich heute wieder getroffen hatten, ansonsten hätte sie ihn schon längst vergessen. Und an ihrer vermaledeiten Moralpredigt von wegen was es bedeutete, über andere zu bestimmen, sollte sie ersticken. Nichts von dem was er bisher oder in der Vergangenheit tat, war schlimmer, als ihr Fluch. Aber Syrena war so verblendet von ihrer eigenen Arroganz, dass sie vermutlich nicht mal erkannte einen Fehler gemacht zu haben, wenn der Fehler sie in den Arsch biss. Nein, sie sollte ihn ruhig weiter hassen und ihn mit ihren dämlichen Sprüchen malträtieren. Ja, vielleicht suchte sie ihn sogar nochmal auf, wenn sie ihre Magie zurück hatte, weil ihr Stolz es nicht anders zuließ. Dann war er bereit. Aber sie wusste nun auch, er spurte nicht vor ihr, nur weil sie ihn verfluchte. Ihr ganzer Zorn und ihre Abneigung waren nichts im Vergleich zu dem, was er sich selbst in Bezug auf Amys Tod auferlegte. Sein Versuch sie zu retten, führte zu ihrem Ende. Und daher konnte ihn das Rumpelstilzchen, welches sich gerade in seinem Bad verarztete oder krepierte, noch so sehr verachten. Seine Verachtung sich selbst gegenüber würde sie nie erreichen. Und daher ging auch ihre Drohung ins Leere. Sollte sie diese wirklich durchsetzen, tja, dann tat sie ihm sogar einen Gefallen damit.
"Du hast mir noch nicht verraten, wer Amy ist."
Die zarte Stimme des Mädchens riss ihn aus seinen Grübeleien und Antares hob den Kopf. "Sie war eine Freundin von mir. Eine, die ich sehr gerne mochte. Aber sie war in Gefahr, ähnlich wie du. Ich wollte sie beschützen, doch das ist mir leider nicht gelungen." Maisie sah ihn so mitfühlend an, dass es dem Dunkelhaarigen beinahe unangenehm wurde. Er wusste, was sie empfand. Schließlich war es seine Magie. Sie erkannte, dass er die Wahrheit sagte und vermutlich empfang sie auch seinen Schmerz bei diesen Worten. Je nachdem wie viel sie von seinem Können übernommen hatte.
Daher zwang er sich zu einem Lächeln. "Dieses Mal klappt es, versprochen. Heute ist ja deine Freundin mit dabei und die schafft alles, was sie sich in den Kopf setzt."
Das Lächeln erstarb seinerseits, als besagte 'Freundin' in den Raum trat und natürlich wieder um sich keifte wie so ein kleiner Pinscher, der Komplexe bezüglich seiner Größe hatte. Syrena wirkte sauberer und leider auch irgendwie geheilter. Sie musste sich die Kugeln entfernt haben. Scheinbar war das Badezimmer weit genug von Maisie weg, dass dies möglich war. Die Augen bezüglich ihrem erneut dämlichen Kommentar verdrehend, schnappte er sich die Box mit dem gebratenem Hähnchen und begann sich ein Stück davon mit den Stäbchen heraus zu fischen. Wenn Maisie sein magisches Können, bezüglich der Empathie übernommen hatte, warum strahlte sie dann übers ganze Gesicht, wenn Syrena in der Nähe war? Konnte nur daran liegen, dass sie seine Magie nicht richtig einschätzen konnte. Ansonsten wäre sie schon in ihrer Wohnung zu einem der Fenster, die in den Hinterhof führten, auf und davongerannt.
Das Gebrabbel und Gemecker auf der anderen Seite des Tisches, ignorierte der Hexer gänzlich und konzentrierte sich auf sein Abendessen. Oder verfrühter Mitternachtssnack? Egal wie man es nannte, er stellte nicht nur wieder einmal fest, warum er den Flyer dieses Lieferservices am Kühlschrank hängen hatte, er genoss es auch voll und ganz, wieder er selbst zu sein. Zwar ohne Magie aber auch ohne den Fluch. Sollte Syrena doch so tun, als wäre sie nett zu dem Mädchen.
Erst als diese anfing, zu erklären was Sache war, horchte er aufmerksamer zu. Beinahe hätte er sich an einem der Stückchen verschluckt. Zu ihm sagen, er konnte nicht mit Kindern umgehen. Aber das was Madame hier gerade tat war ja umso vieles Besser. Kalte, ungeschönte Fakten mitten rein in das Gesicht der Zwölfjährigen. Nein, das war sicherlich bei weitem nicht so schlimm, wie sein Fauxpas mit den Nudelboxen. Vor allem weil sie ja gerade im Duett diese Erklärung übernahmen, wie sie einleitend anklingen ließ. Aber Antares schwieg. Sollte Maisie bitte ihre Rotznase auch an Syrena abwischen. Und obwohl er weiterhin so tat, als wäre der Inhalt der Box wichtiger, war seine Aufmerksamkeit bei dem, was die Hexe erzählte.
Gegen Ende ihrer Erklärung, die das Einfühlvermögen einer Abrissbirne besaß, saß ein Häufchen Elend auf dem Sofa. Natürlich aß Maisie auch nichts mehr und das Faultier war wieder näher zu ihr heran gerückt. Mehr noch, sie hielt es nun fest umklammert. Jap! Er war derjenige, der hier kein Gespür für Kinder hatte. Als Antares aufsah, zog er nur eine Augenbraue in die Höhe. 'Echt jetzt?' Aber noch immer kam kein Kommentar diesbezüglich über die Lippen.
Stattdessen versuchte er irgendwie zu retten, was noch zu retten war. Mit sehr viel mehr Einfühlvermögen in der Stimme wandte er sich der Zwölfjährigen zu. "Deine Freundin hat Recht. Deine Fähigkeiten sind für viele Leute sehr wertvoll. Leute, die damit schlimme Dinge tun wollen. Aber Syrena hat auch diesbezüglich Recht, dass du hier in Sicherheit bist. Jetzt iss noch ein bisschen was, hm?"
Seinen Kopf hebend, suchte er Blickkontakt mit Syrena. Klar, wenn es darum ging, dass etwas wirklich erledigt werden musste, war er wieder recht. Außer Sprücheklopfen war von ihrer Seite ja noch nicht viel gekommen. "Für heute Nacht kann sie hierbleiben, aber was dann? Vielleicht schaffen wir es auch sie noch eine weitere Nacht zu verstecken. Ich habe Kontakte in der Stadt. Maisie ist nicht das erste Kind, welches wir aus diesem elenden Schmugglerring befreien. Die Anderen waren aber noch nicht so heiß, als wir sie versteckten und vor allem waren deren Fähigkeiten nicht so wertvoll. Meine Kontakte werde ich in diese Angelegenheit nicht mit hineinziehen. Außerdem gibt es in der ganzen Stadt keinen Ort, an dem sie für längere Zeit sicher ist. Sie muss weiter weg."

