Gestern, 23:31
[Mammon - Lilith: vor dem Käfig/Main Floor]
Mammon reichte ihr die Hand, nachdem er das Mikrofon kurz weggesteckt hatte, und Lilith ergriff sie. Mit der Selbstverständlichkeit eines Wesens, das seine gesamte Existenz Flügel besessen hatte, sprang sie die nicht unbedenkliche Höhe des Käfigs herunter, und vermutlich konnte sie froh sein, dass Mammon ihren Sprung – zusätzlich zur Unterstützung seiner rechten Hand – mit ähnlicher Selbstverständlichkeit durch einen festen Griff um ihre Taille abdämpfte und sie so sicher wieder auf die Füße stellte. Sie bemerkte nicht einmal bewusst, dass sie seine Hilfe in Anspruch genommen hatte.
Sein anerkennendes Lächeln erwiderte sie mit dem provokanten Hochziehen ihrer linken Augenbraue. Es war wie ein Spiel – er hatte versucht, sie aus der Reserve zu locken und schachmatt zu setzen, und sicherlich war dieser Stunt nicht ihr bevorzugter Ablauf dieses Abends, aber sie hatte sich seinem Zug gebeugt und mitgespielt… für den Moment.
Der Grund, warum sie es vorgezogen hätte, unerkannt zu bleiben war, dass nun entsprechend große Aufmerksamkeit auf ihnen lag. Ihnen beiden, wie sie mitten in der Menge vor dem Käfig standen – aber anders als Mammon gab ihr das Bad in der Menge meist nicht so viel; Lilith suchte sich die Wesen, mit denen sie Umgang pflegte, in der Regel selbst und… persönlich aus. Während ihr Bruder also nun den Kampf endlich freigab, wandte sie sich knapp zu einem Dämon um, der nach ihrer Hüfte gegriffen hatte.
„Hände weg, oder du bist sie los“, kommentierte sie ruhig, aber mit einer Kälte, die sowohl ihren Stand als auch ihre Fähigkeit, die Drohung in die Tat umzusetzen, klar absteckte. Ob sie noch genauso dazu in der Lage war, wie das früher der Fall gewesen wäre? Genau wusste sie es nicht, aber wie in der Hölle zählte auch hier der Eindruck, den man hinterließ. Und Lilith würde einen Teufel tun, sich durch das leiseste Zeichen von Schwäche angreifbar zu machen.
Eine Sekunde später war sie bereit, es drauf ankommen zu lassen und ein Exempel zu statuieren am nächsten Paar übergriffiger Hände, ehe sie feststellte, dass es diesmal Mammon war, der sie mit sanftem Druck auf ihren unteren Rücken ein Stück weit vom Käfig wegbrachte.
“Netter Auftritt, aber das nächste Mal lässt du dir was eigenes einfallen.”
Im ersten Augenblick konnte sie seinem Gedankengang nicht folgen und versuchte instinktiv, seinen Blick zu suchen – aber er war ihr zu nah, aufgrund der Lautstärke, die nun im Club entbrannt war, unter all den Besuchern, die die Kämpfer anfeuerten. Und wahrscheinlich war das ihr großes Glück, da ihr kurz darauf bewusst wurde, dass er höchstwahrscheinlich Bezug nahm auf seine Eröffnungsshow zu Beginn des Abends – nur dass Lilith die Referenz nicht verstand, weil sie den Großteil davon nicht gesehen hatte, dank Kisais… weitaus unterhaltsamerem Alternativprogramm. Aber das konnte sie Mammon selbstverständlich nicht gestehen, nicht, wenn sie Kisai den anschließenden Ärger ersparen wollte. Es spielte ihr also ganz gut in die Karten, dass er ihren kurzzeitig verwirrten Blick nicht hatte sehen können.
Sie überging den Kommentar gekonnt, er war ohnehin nichts weiter als eine Stichelei, wie sie sie tausendfach regelmäßig austauschten. Stattdessen drehte sie sich ein Stück weit und schob eine Hand in seinen Nacken, um ihn zu sich herunterzuziehen – sie war nicht klein, aber Mammon überragte sie dennoch um ein gutes Stück. Die andere Hand ruhte auf seiner Brust, sodass sie sich auf die Zehenspitzen stellen und ihm ebenfalls ins Ohr sprechen konnte.
„Ich verstehe dein Bedürfnis, mich bestrafen zu wollen“, setzte sie an. Ihm das abzusprechen wäre kleinlich und ginge gegen ihre Würde. Und er war hier der Hausherr, auch wenn sie nicht anerkannte, dass er als älterer Bruder grundsätzlich allein aufgrund seines Alters in einer Position war, sie maßregeln zu können.
„Aber das hier…“ Sie hielt kurz inne, ihre Lippen streiften seine Wange beinahe. „…das war keine Strafe mehr. Das war eine Herausforderung.“
Dann löste sich sich ein kleines Stück von ihm, allerdings hauptsächlich deshalb, um die Schlüsselkarte – der Ursprung ihres kleinen Disputs – zwischen Zeige- und Mittelfinger zurück in die Innentasche seines Sakkos gleiten zu lassen. Etwas weniger subtil diesmal als zum Zeitpunkt, als sie sie entwendet hatte, sodass er die Geste diesmal wahrnehmen würde. Aber dennoch galant und diskret genug, dass es für alle umstehenden wirkte wie eine vertrauliche Berührung. Kein Grund mitten unter allen gewöhnlichen Besuchern des Clubs klar zu machen, wo Mammon seine Wertsachen aufbewahrte. Das hier war ein Spiel zwischen ihnen und ausschließlich zwischen ihnen. Niemals würde sie ihn durch unüberlegte Handlungen von außen angreifbar machen.
„Ich lasse ungern Rechnungen offen. Betrachte diese hier als beglichen.“
Sie ließ ihm ein paar wenige Sekunden im Glauben, dass er triumphiert hatte, ehe sie noch einmal ansetzte:
„Die nächste hast du gerade selbst eröffnet.“
Mammon reichte ihr die Hand, nachdem er das Mikrofon kurz weggesteckt hatte, und Lilith ergriff sie. Mit der Selbstverständlichkeit eines Wesens, das seine gesamte Existenz Flügel besessen hatte, sprang sie die nicht unbedenkliche Höhe des Käfigs herunter, und vermutlich konnte sie froh sein, dass Mammon ihren Sprung – zusätzlich zur Unterstützung seiner rechten Hand – mit ähnlicher Selbstverständlichkeit durch einen festen Griff um ihre Taille abdämpfte und sie so sicher wieder auf die Füße stellte. Sie bemerkte nicht einmal bewusst, dass sie seine Hilfe in Anspruch genommen hatte.
Sein anerkennendes Lächeln erwiderte sie mit dem provokanten Hochziehen ihrer linken Augenbraue. Es war wie ein Spiel – er hatte versucht, sie aus der Reserve zu locken und schachmatt zu setzen, und sicherlich war dieser Stunt nicht ihr bevorzugter Ablauf dieses Abends, aber sie hatte sich seinem Zug gebeugt und mitgespielt… für den Moment.
Der Grund, warum sie es vorgezogen hätte, unerkannt zu bleiben war, dass nun entsprechend große Aufmerksamkeit auf ihnen lag. Ihnen beiden, wie sie mitten in der Menge vor dem Käfig standen – aber anders als Mammon gab ihr das Bad in der Menge meist nicht so viel; Lilith suchte sich die Wesen, mit denen sie Umgang pflegte, in der Regel selbst und… persönlich aus. Während ihr Bruder also nun den Kampf endlich freigab, wandte sie sich knapp zu einem Dämon um, der nach ihrer Hüfte gegriffen hatte.
„Hände weg, oder du bist sie los“, kommentierte sie ruhig, aber mit einer Kälte, die sowohl ihren Stand als auch ihre Fähigkeit, die Drohung in die Tat umzusetzen, klar absteckte. Ob sie noch genauso dazu in der Lage war, wie das früher der Fall gewesen wäre? Genau wusste sie es nicht, aber wie in der Hölle zählte auch hier der Eindruck, den man hinterließ. Und Lilith würde einen Teufel tun, sich durch das leiseste Zeichen von Schwäche angreifbar zu machen.
Eine Sekunde später war sie bereit, es drauf ankommen zu lassen und ein Exempel zu statuieren am nächsten Paar übergriffiger Hände, ehe sie feststellte, dass es diesmal Mammon war, der sie mit sanftem Druck auf ihren unteren Rücken ein Stück weit vom Käfig wegbrachte.
“Netter Auftritt, aber das nächste Mal lässt du dir was eigenes einfallen.”
Im ersten Augenblick konnte sie seinem Gedankengang nicht folgen und versuchte instinktiv, seinen Blick zu suchen – aber er war ihr zu nah, aufgrund der Lautstärke, die nun im Club entbrannt war, unter all den Besuchern, die die Kämpfer anfeuerten. Und wahrscheinlich war das ihr großes Glück, da ihr kurz darauf bewusst wurde, dass er höchstwahrscheinlich Bezug nahm auf seine Eröffnungsshow zu Beginn des Abends – nur dass Lilith die Referenz nicht verstand, weil sie den Großteil davon nicht gesehen hatte, dank Kisais… weitaus unterhaltsamerem Alternativprogramm. Aber das konnte sie Mammon selbstverständlich nicht gestehen, nicht, wenn sie Kisai den anschließenden Ärger ersparen wollte. Es spielte ihr also ganz gut in die Karten, dass er ihren kurzzeitig verwirrten Blick nicht hatte sehen können.
Sie überging den Kommentar gekonnt, er war ohnehin nichts weiter als eine Stichelei, wie sie sie tausendfach regelmäßig austauschten. Stattdessen drehte sie sich ein Stück weit und schob eine Hand in seinen Nacken, um ihn zu sich herunterzuziehen – sie war nicht klein, aber Mammon überragte sie dennoch um ein gutes Stück. Die andere Hand ruhte auf seiner Brust, sodass sie sich auf die Zehenspitzen stellen und ihm ebenfalls ins Ohr sprechen konnte.
„Ich verstehe dein Bedürfnis, mich bestrafen zu wollen“, setzte sie an. Ihm das abzusprechen wäre kleinlich und ginge gegen ihre Würde. Und er war hier der Hausherr, auch wenn sie nicht anerkannte, dass er als älterer Bruder grundsätzlich allein aufgrund seines Alters in einer Position war, sie maßregeln zu können.
„Aber das hier…“ Sie hielt kurz inne, ihre Lippen streiften seine Wange beinahe. „…das war keine Strafe mehr. Das war eine Herausforderung.“
Dann löste sich sich ein kleines Stück von ihm, allerdings hauptsächlich deshalb, um die Schlüsselkarte – der Ursprung ihres kleinen Disputs – zwischen Zeige- und Mittelfinger zurück in die Innentasche seines Sakkos gleiten zu lassen. Etwas weniger subtil diesmal als zum Zeitpunkt, als sie sie entwendet hatte, sodass er die Geste diesmal wahrnehmen würde. Aber dennoch galant und diskret genug, dass es für alle umstehenden wirkte wie eine vertrauliche Berührung. Kein Grund mitten unter allen gewöhnlichen Besuchern des Clubs klar zu machen, wo Mammon seine Wertsachen aufbewahrte. Das hier war ein Spiel zwischen ihnen und ausschließlich zwischen ihnen. Niemals würde sie ihn durch unüberlegte Handlungen von außen angreifbar machen.
„Ich lasse ungern Rechnungen offen. Betrachte diese hier als beglichen.“
Sie ließ ihm ein paar wenige Sekunden im Glauben, dass er triumphiert hatte, ehe sie noch einmal ansetzte:
„Die nächste hast du gerade selbst eröffnet.“


