06.04.2026, 18:13
Ja, Lilith war tatsächlich ein wenig überfordert. Aber weniger mit der Körperlichkeit einer Umarmung an sich, als vielmehr damit, dass jemand so offensichtlich Gefühle zu ihr hatte. Jemand, der sie eigentlich gar nicht wirklich kannte noch dazu. Ja, sie arbeitete und spielte mit den Emotionen anderer Lebewesen seit Jahrhunderten, aber so direkt damit konfrontiert zu werden, dass eine andere Person sich um sie sorgte… das war seltsam, ungewohnt, und sie wusste nicht so recht, wie sie damit umgehen sollte.
Ihr erster Schritt war der Versuch, es verstehen zu wollen. Was hatte Medea davon, wieso spielte es eine Rolle für sie, ob Lilith lebte oder starb? Abgesehen davon vielleicht, dass ihrem Boss eine wichtige Geschäftspartnerin abhanden kommen würde – aber soweit sie mitbekommen hatte, war Damon in diese ganze Sache gar nicht involviert. Eine Tatsache, die Lilith sehr zu schätzen wusste.
Die Dämonin sprach Mammon an, nachdem sie die Umarmung gelöst hatte.
„Ja, er kann sehr… eindringlich sein“, sie nickte knapp, dafür hatte sie Verständnis. Mammon war ungeduldig, hitzköpfig und er hasste es, wenn Dinge nicht nach seinen Vorstellungen liefen. Einen Großteil dieser Eigenschaften teilte Lilith ebenfalls. Medea hatte nur bisher nichts weiter als ihre Business-Seite kennengelernt.
„Aber du hast entschieden mir zu helfen, lange bevor mein Bruder auf der Bildfläche erschienen ist. Wieso?“
Die Frage trieb sie einfach weiterhin um. Es hätte keinerlei negative Konsequenzen für die Dämonin gehabt, wenn sie sie einfach ignoriert hätte, vor dem Eingang der Kanzlei in jener Nacht. Hatte sie aber nicht. Welchen Vorteil erhoffte sie sich davon? Dass Lilith nun in ihrer Schuld stand?
„Es ist echt krass, was du an Schmerzen aushältst, bewundernswert“
Plötzlich wurde ihr klar, wie jung Medea noch sein musste. Im Alltag war davon nichts zu spüren, weil sie ihren Job so gut machte und ihr gesamtes Auftreten geprägt war von Kompetenz und Überzeugung. Aber hier, jetzt, in dieser Zwischenebene… sie wirkte mit einem Mal kleiner und verlorener, als sie es in ihrer Realität war. Ob das an dem Trip in ihren Kopf lag, den sie zu Beginn ihres Betretens der Traumebene gemacht hatten? Das Kinderzimmer, in dem sie sich so offensichtlich unwohl gefühlt hatte.
Lilith entschied sich dagegen, diese Gedanken zu äußern. Sie konnte nicht einmal sagen wieso, abgesehen davon, dass sie ihrer Gesprächspartnerin kein Unbehagen bereiten wollte – allein das war eine seltsame und ungewohnte Haltung für sie.
„Du weißt, wer ich bin“, entgegnete sie stattdessen schlicht, „–was ich bin. Du hast es immer gewusst.“
Ihr erster Schritt war der Versuch, es verstehen zu wollen. Was hatte Medea davon, wieso spielte es eine Rolle für sie, ob Lilith lebte oder starb? Abgesehen davon vielleicht, dass ihrem Boss eine wichtige Geschäftspartnerin abhanden kommen würde – aber soweit sie mitbekommen hatte, war Damon in diese ganze Sache gar nicht involviert. Eine Tatsache, die Lilith sehr zu schätzen wusste.
Die Dämonin sprach Mammon an, nachdem sie die Umarmung gelöst hatte.
„Ja, er kann sehr… eindringlich sein“, sie nickte knapp, dafür hatte sie Verständnis. Mammon war ungeduldig, hitzköpfig und er hasste es, wenn Dinge nicht nach seinen Vorstellungen liefen. Einen Großteil dieser Eigenschaften teilte Lilith ebenfalls. Medea hatte nur bisher nichts weiter als ihre Business-Seite kennengelernt.
„Aber du hast entschieden mir zu helfen, lange bevor mein Bruder auf der Bildfläche erschienen ist. Wieso?“
Die Frage trieb sie einfach weiterhin um. Es hätte keinerlei negative Konsequenzen für die Dämonin gehabt, wenn sie sie einfach ignoriert hätte, vor dem Eingang der Kanzlei in jener Nacht. Hatte sie aber nicht. Welchen Vorteil erhoffte sie sich davon? Dass Lilith nun in ihrer Schuld stand?
„Es ist echt krass, was du an Schmerzen aushältst, bewundernswert“
Plötzlich wurde ihr klar, wie jung Medea noch sein musste. Im Alltag war davon nichts zu spüren, weil sie ihren Job so gut machte und ihr gesamtes Auftreten geprägt war von Kompetenz und Überzeugung. Aber hier, jetzt, in dieser Zwischenebene… sie wirkte mit einem Mal kleiner und verlorener, als sie es in ihrer Realität war. Ob das an dem Trip in ihren Kopf lag, den sie zu Beginn ihres Betretens der Traumebene gemacht hatten? Das Kinderzimmer, in dem sie sich so offensichtlich unwohl gefühlt hatte.
Lilith entschied sich dagegen, diese Gedanken zu äußern. Sie konnte nicht einmal sagen wieso, abgesehen davon, dass sie ihrer Gesprächspartnerin kein Unbehagen bereiten wollte – allein das war eine seltsame und ungewohnte Haltung für sie.
„Du weißt, wer ich bin“, entgegnete sie stattdessen schlicht, „–was ich bin. Du hast es immer gewusst.“

