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Beziehung nach Soap-Art - Druckversion

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Beziehung nach Soap-Art - Mammon - 16.08.2026

Ok, er hatte wissenschaftliche Quellen herangezogen, um sich mehr mit dem Thema Beziehung zu beschäftigen. Seine Mittage sahen in letzter Zeit alle gleich aus. Er nahm sich eine Alkoholflasche, ein Glas und etwas zu knabbern mit auf seine Sofalandschaft und schaltete dann den Fernseher ein. Seine wissenschaftlichen Quellen kamen nämlich genau zu dieser Zeit und so sah sich Mammon jeden Tag um 12.30 Uhr The Bold and the Beautiful an und nur kurze Zeit später folgte auch schon Passions und kaum war dies vorbei hatte er sich aus dem Internet noch mehr Folgen dieser beiden Soaps besorgt. Gespannt und aufmerksam verfolgte er jede Handlung, die irgendwie mit Beziehung zu tun hatte, also im Grunde alles. Er sah sich jede Gestik und Mimik an, wie die Räume dekoriert waren und was man so typisch als Mann zu einer Frau sagte, mit der man in einer Beziehung war. Auch hier fiel ihm auf, wie kompliziert das doch war. Wieso nochmal mussten es sich die Menschen so schwer machen? Eine Tatsache, die er einfach nicht verstand. Aber gut, darum ging es ja bei der Recherche nicht. Er wollte einfach nur Fred zeigen, dass er durchaus in der Lage war, so etwas wie eine Beziehung zu führen. Ja, er wollte es ihr beweisen. Es war schon erstaunlich, was diese Frau in Mammon auslöste und manchmal war er selbst davon völlig überfordert. Doch wenn Mammon etwas fest entschlossen wollte, dann tat er dies mit vollem Einsatz. Das sah man ja auch an seinem Sex-Ordner, den Lilith ja schon zu Gesicht bekommen hatte.

Heute Abend jedoch würde sich zeigen, wie sehr er von seiner Recherche umsetzen konnte. Das Penthouse war voll mit Kerzen bestückt. Jede einzelne Kerze wurde dabei entzündet und es glich einer Kerzen-Invasion, sodass man durchaus den Eindruck hatte, dass der Strom ausgefallen war und Mammon so einfach nur versucht hatte, genügend Licht zu erschaffen. Doch neben all den Kerzen, sah man auch noch überall Rosen. Mal waren es große Rosen in Bündeln und mal auch nur vereinzelt eine. Eine Rose, die man schon fast als perfekt bezeichnen konnte, lag allein auf seinem Konzertflügel. Das ganze Penthouse glich einem Blumengeschäft, welches nur Rosen und Kerzen verkaufte. Tja und dann war da noch diese typische überromantische Soapmusik, die Mammon nun angenehm leise im Hintergrund spielen ließ. Und er selbst? Seine OUTFIT glich ebenso die aus den Soaps, die er gesehen hatte. Das Hemd musste dabei natürlich mehr geöffnet sein und nicht perfekt zugeknöpft bis auf den letzten Knopf. Somit stimmte die Dekoration definitiv und ein Blick auf die Uhr verriet ihm, dass er gut in der Zeit lag. Gleich würde Fred, wenn sie denn pünktlich war, hier erscheinen. Deshalb musste er sich nun ebenso in Position stellen. So holte er aus der Vitrine ein schweres Kristallglas heraus und füllte es mit etwas Scotch. Danach ging er an seinem Klavier vorbei und sah hinaus zu seiner Terrasse bzw. auf die Skyline von Los Angeles. Im Übrigen interessierte ihn diese Aussicht gerade gar nicht. Oh nein, er wartete nur darauf, dass er die Aufzugstür hörte, blöderweise durfte er ja nicht auf diese schauen, sondern musste ja unbedingt so stehen, dass er diese nicht sehen konnte.

Und dann nach einer gefühlten Ewigkeit hörte er schließlich, wie sich die Aufzugtür öffnete. Wie in den Sopas gesehen, drehte er sich nun in Zeitlupe um, so als wäre es ein Film, wo gerade die Slow-Mo zu sehen ist. Eigentlich hatte er im Spiegel geübt, wie er sie ansehen wollte. Diese typische Ausdrucksweise, die er oft in den Folgen gesehen hatte. Die Stirn entspannt, die Kiefermuskeln waren kontrolliert. Er hatte den Blick leicht gesenkt, während er den Kristall-Tumbler schwenkt, eben exakt die Maske stoischer, schicksalhafter Gelassenheit, die er sich bei den Männern aus ‘The Bold and the Beautiful’ abgeschaut hat. Noch bevor Fred überhaupt irgendetwas sagen konnte, fing Mammon an sich in ihre Richtung zu bewegen. Jeder einzelne Schritt dabei so langsam, wie es nur ging und natürlich elegant und, was besonders wichtig war, er fixierte Fred und ließ sie nicht eine Sekunde aus den Augen. Als er dann am Klavier vorbeikam, nahm er sich elegant die dort einzeln platzierte Rose in seine freie Hand und schritt dann weiter auf sie zu. So, wie er jetzt auf sie zukam, so war er zuvor noch nie gelaufen. Doch Mammon zog dies durch, um dann schlussendlich bei Fred anzukommen. Dabei blieb er nah vor ihr stehen, aber noch genügend Abstand, dass sie sich nicht berührten. Er hielt ihr nun die Rose entgegen und auch hierbei war es so, dass Mammon sie die ganze Zeit fixierte. „Ich wusste, dass du kommen würdest, Fred. Mein Herz hat deinen Schritt schon gespürt, bevor der Aufzug auch nur den ersten Stock verlassen hat.“ Seine Stimme war dabei etwas tiefer, aber sanfter und jedes Wort so deutlich gesprochen, wie es nur ging. Es klang fast schon danach, als synchronisierte er eine Szene in einer Soap.